Russlands Außenministerium schildert Kolonialverbrechen: „Die Briten haben ihr gefallenes Banner des Terrors an die Ukraine weitergegeben“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums gab am Donnerstag eine Pressekonferenz zu aktuellen politischen Themen. Dabei ging es kurz auch um die Falklandinseln, auch Malwinen genannt, und das Referendum von 2013, das Sacharowa mit dem Referendum auf der Krim nur ein Jahr später verglich und fragte: „Wieso halten die Engländer jenes Referendum für ausreichend, um die Zugehörigkeit strittiger Territorien zu klären, während sie zugleich die freie Wahl der Menschen auf der Krim und im Donbass nicht anerkennen?“

Sacharowa nutzte ihre Ausführungen zu den Malwinen als Einstieg in einen historischen Exkurs über das britische Kolonialreich. Sie schilderte zahlreiche von den Briten begangene Kolonialverbrechen und zog direkte Parallelen zum Verhalten ukrainischer Streitkräfte, die in Kriegsgefangenschaft geratene russische Soldaten mit äußerster Brutalität misshandeln und ermorden, dies auch noch filmen und online stellen, wohl wissend, dass weder der Westen noch das Kiewer Regime ihre Taten ahnden werden.

Während ihres historischen Exkurses zu britischen Kolonialverbrechen zitierte Sacharowa aus einem kürzlich erschienenen Artikel des indischen Akademikers Sunil Khilnani, den wir an dieser Stelle zur Verfügung stellen:

https://www.newyorker.com/magazine/2022/04/04/the-british-empire-was-much-worse-than-you-realize-caroline-elkinss-legacy-of-violence

Russlands Außenministerium schildert Kolonialverbrechen: „Die Briten haben ihr gefallenes Banner des Terrors an die Ukraine weitergegeben“

… Und ich kann nicht schweigen über die kolonialen und neokolonialen Praktiken der Briten.

Das Thema ist historisch, ist aber direkt mit dem heutigen Tagen verbunden. Ab und zu bekommen wir interessante Veröffentlichungen. Wir führen russische Artikel an, zitieren manchmal auch westliche Artikel, damit keine Fragen über unsere Parteilichkeit entstehen. 

Einer solcher Veröffentlichungen wurde der Artikel „The British Empire Was Much Worse Than You Realize“ in der Zeitung „The New Yorker“. Der Autor – Sunil Khilnani, Professor für Politologie und Geschichte an der indischen Ashoka-Universität. Früher war er Professor für Politologie und Direktor des India Institute beim King’s College London. Mit zahlreichen Hinweisen auf angesehene westliche Forscher beweist der Autor, dass die blutigen Praktiken des britischen Kolonialismus, verdeckt hinter dem Mythos über ein „liberales Reich“ immer noch nach ihren Forschern und vielleicht Richtern warten. Es ist empfehlenswert für alle Liebhaber der britischen Tradition des Liberalismus.

Unsererseits vergewisserten wir uns erneut in der Rechtzeitigkeit der Entstehung unserer neuen Rubrik „Historische Materialien“ auf der Webseite des Ministeriums. Die darin enthaltenen Fakten fanden Widerspiegelung in diesem Artikel und bekamen sogar gewisse konzeptuelle Besinnung. Ein paar Zitate, um zu verstehen, wer uns jetzt Leviten liest.

„Mehr als ein halbes Jahrhundert nachdem das Britische Imperium seinen letzten Akkord genommen hatte, können Historiker immer noch nicht eine komplexe Einschätzung für das blutige Massaker, umhüllt von Heuchelei und später einer Menge von Dokumenten, die vor dem letzten Ausgang entflammten, geben. Die größte Vorstellung von dem Schaden, der den Kolonien zugefügt wurde, bekommt man in der Regel aus regionalen Zentren… Südafrika, Indien, Irland, Palästina, Malaya, Kenia, Zypern und Aden. Es stellt sich eine Gesetzmäßigkeit heraus, die nur langfristig offensichtlich ist. Das militärische und polizeiliche Personal reiste durch das Reich und verbreitete die Methoden der Unterdrückung, und hochrangige Beamten hinderten nur selten daran. Stattdessen verliehen sie der Gewalt die Kraft des Gesetzes, wobei immer mehr Grausamkeit unterstützt wurde.

Eine wilde Praxis der Erschießung der indischen Sipaya aus Kanonen nach dem Aufstand 1857, Mord an Mahdisten aus Maxim-Gewehren in den 90er-Jahren des 19. Jh (Sudan), Nutzung der KZ-Lager in englisch-burischen Kriegen, Massenmorde an friedlichen Demonstranten in Amritsar (Indien, 1919), Bestrafungsmorde und Beraubung des zivilen Eigentums in Irland – das alles war ein Aufwärmen für das Britische Reich. Britische militante Kräfte wurden ein Ausgangspunkt für noch schärfere Regierungskultur, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Kontrolle wiederherstellen wollte, als das Reich koloniale Ressourcen zum Umbau der erschöpften Wirtschaft und Festigung des schwächer werdenden geopolitischen Statuses brauchte“.

Ein anschauliches Beispiel der britischen Strategie der Aufrechterhaltung der kolonialen Herrschaft (bereits in der Epoche der UNO!) wurde Khilnani zufolge die Unterdrückung des kenianischen Volkes Kikuyu. Kolonialherren versuchten seit Jahrzehnten, seinen Widerstand mit Festnahmen, Prügeleien, Hunger, Folterungen, Zwangsarbeit, Vergewaltigungen und Kastrationen zu brechen. Als Antwort auf einen Aufstand, der Mau-Mau genannt wurde, wurde 1957 auf Initiative eines Gouverneurs die harte Kampagne „Operation Progress“ aufgenommen. Mehr als eine Million Männer, Frauen und Kinder wurden in die auf dem Lande befindlichen Ortschaften und KZ-Lager, umringt mit Stacheldraht, zur Umerziehung getrieben.

Das sind englische Traditionen. Die der Menschen, die jetzt uns Leviten lesen. Sehen sie sich selbst an. Wir verstehen, dass die britische Außenministerin Liz Truss die Geschichte für nicht aktuell betrachtet, schlägt vor, nur von den Realien des heutigen Tages auszugehen. Doch sie wollen das sogar nicht sehen. Aus einem einfachen Grund – sobald sie die heutigen Realien sehen, werden sie ein Teil der morgigen Geschichte. Für sie gibt es keine Geschichte. Aber in der Tat gibt es sie.

Beim Sammeln und Fragen nach Beweisen in Bezug auf die Klagen der Betroffenen gab die britische Regierung zu, dass aus Kenia und 36 anderen ehemaligen Besitzen große Kolonialarchive ausgeführt wurden. Dokumente wurden in einem geheimen Lager in Hanslope Park versteckt, der vom britischen Außenministerium mit den britischen Sicherheitsdiensten geteilt wurde. Entwickelte Demokratien benehmen sich immer so.

Was war in diesen Archiven, dass sie so zuverlässig versteckt werden sollten? Am wichtigsten wohl – gar nicht liberale Instrumente der Reichsregierung. So kamen aus Irland militante Methoden und Einsatz von Panzerwagen, aus Mesopotamien – Erfahrung der Luftangriffe und Beschuss von Dörfern, aus Südafrika – Nutzung von Dobermann-Hunden zum Finden und Angriffe auf Verdächtige, aus Indien – Methoden des Verhörs und systematische Nutzung der Einzel-Inhaftierung, aus der Nordwestlichen Provinz (Pakistan) – Nutzung der lebendigen Schilde. Das ähnelt so sehr dem, was die britischen Instrukteure jetzt ukrainischen Neonazis beibringen. Sie haben eine reiche Erfahrung. Sie übten an Menschen, die sie nicht als gleich betrachteten. Diese gefallene Fahne des Terrors kann nun weiter gegeben werden. Womit sie sich die letzten Jahre in der Ukraine befassen.

Ein britischer Soldat erinnerte sich an die Nutzung der arabischen Häftlinge: „Bei der Entdeckung der Landminen wurden sie gerade von ihnen in die Luft gesprengt. Ziemlich gemein, aber es gefiel uns“. Jetzt sehen wir Dasselbe. „Ziemlich gemein“ ist, Waffen an die Ukraine zu liefern. Jetzt werden sie genutzt, um Menschen mit besonderer Grausamkeit zu töten. Wir sehen, was in diesen Jahren mit den Bataillonen „Asow“ wurde. Diese Menschen wurden in ihrer Menschenhass-Ideologie nur härter. „Ziemlich gemein“ ist es für Großbritannien, Geld, Waffen bereitzustellen, andere aufzurufen. Doch wie sich ein britischer Soldat erinnerte, der sah, wie arabische Häftlinge an Landminen gesprengt wurden, „gefiel das ihnen“. Die Grausamkeit, die geerbt wird. Ein Teil der imperialen Ideologie. Sie verschwand nicht, starb nicht. Sie wurde einfach getarnt als „entwickelte Demokratie“, „Liberalismus“, „Freiheiten“ versteckt.

Andere Methoden wurden wohl von den Briten in Palästina entwickelt – nächtliche Luftangriffe auf verdächtige Gemeinden, Käfer unter offenem Himmel für Bewohner der Dörfer, massiver Abriss der Häuser. Mit der Vervollkommnung dieser Taktik an Palästinensern bekamen Offiziere Fertigkeiten, die sie später beim Dienst in Aden (Süden des heutigen Jemen), an der Goldenen Küste (Ghana), in Nordrhodesien (Sambia), Kenia und Zypern nutzten. Palästina wurde ein Trainingslager der Bestrafer des Reichs. Genau so, wie für sie jetzt das ukrainische Aufmarschgebiet wurde. Sie arbeiteten dort ebenfalls die Praktiken durch, die später auf unserem Territorium angewendet werden sollten.

Wozu erinnern wir uns heute an die finstere koloniale Vergangenheit Großbritanniens und der ganzen Welt? Sie erinnern selbst daran. Wir hätten das lieber vergossen. Es ist abscheulich, aber man soll das wissen. Deswegen erinnern wir sie an ihre Geschichte. Die Methoden Londons verschwanden nicht. Sie werden erfolgreich exportiert und genutzt. Das sahen wir am Beispiel der Ukraine. Die Methoden der Unterdrückung von Donezbecken wurden wohl von britischen Instrukteuren und politischen Mentoren beigebracht. Man kennt diese Methode.

Zudem bereitet das Kiewer Regime nach Angaben unseres Verteidigungsministeriums unter Leitung der erfahrenen Sicherheitsdienste Großbritanniens weitere lügnerische Provokationen vor, um einen angeblich grausamen Umgang mit der Bevölkerung des Gebiets Sumy in der Ukraine uns zur Last zu legen. Wem erzählen sie über Grausamkeit? Sahen sie, was nationalistische Bataillone mit Kriegsgefangenen machen? Es spielt keine Rolle, aus welchem Land. Man darf sich so mit niemandem benehmen. Militärs benehmen sich so nicht – nur Extremisten, Terroristen und einfach kranke Menschen. Sie schießen auf die Beine, stechen Augen aus, verprügeln. Das alles wird aufgenommen, ins Netz gestellt, ohne zu fürchten, dass sie nach diesen Aufnahmen entdeckt werden. Das ist der Gegenstand vom besonderen Stolz der ukrainischen Neonazis. Sie haben die Lehren gut gelernt. Es waren Nato-Instrukteure, darunter aus Großbritannien.

Laut britischen Regisseuren töteten Einheiten der russischen Truppen beim Rückzug angeblich massiv die friedlichen Einwohner und verhöhnten sie. Ein weiterer Fake ist für die Entfachung in den westlichen Medien bestimmt. Sein Ziel ist die weitere Entfachung des Russlandhasses.

Wird die ganze Weltgemeinschaft einst die Rolle Londons begreifen? Die Staatsbürger der Ukraine, die jetzt als typisches koloniales Verbrauchsmaterial genutzt werden?