Faustkampf im Amtsgericht Tiergarten um den „Sturm auf den Reichstag“ am 9.11.2021

Wo ist die Hand so zart, daß ohne Irren
Sie sondern mag beschränkten Hirnes Wirren,
So fest, daß ohne Zittern sie den Stein
Mag schleudern auf ein arm verkümmert Sein?
Wer wagt es, eitlen Blutes Drang zu messen,
Zu wägen jedes Wort, das unvergessen
In junge Brust die zähen Wurzeln trieb,
Des Vorurteils geheimen Seelendieb?
Du Glücklicher, geboren und gehegt
Im lichten Raum, von frommer Hand gepflegt,
Leg hin die Waagschal, nimmer dir erlaubt!
Laß ruhn den Stein – er trifft dein eignes Haupt!
Annette von Droste-Hülshoff – Die Judenbuche

Sehr geehrter Damen und Herren, 
liebe Weggefährten,

am 29. August 2020 fand der berühmt-berüchtigte „Sturm auf den Reichstag“ statt. Darüber wurde in den Medien viel berichtet und noch heute zerreißen sich nicht wenige Menschen die Mäuler darüber und so mancher Streit wird vom Zaune gebrochen, weil sich niemand eingestehen möchte, dass er vielleicht doch auch eine Mitverantwortung für das Geschehene in Gegenwart und Zukunft trägt.

Dies mag vor allem für jene merkwürdig klingen, die am 29. August 2020 nicht dabei gewesen sind und sich ein Urteil „aus der Ferne“ gebildet haben und ins Schwadronieren geraten, wie und was für Fehler gemacht wurden oder gar zu der Einschätzung kommen, dass das ganze Vorhaben schon in seiner grundlegenden Motivation von vollkommen falschen Voraussetzungen und Möglichkeiten ausgegangen ist.

Ich selbst war vor wenigen Tagen Zeuge einer Verhandlung im Amtsgericht Tiergarten und werde am 9.11.2021 selbst vor Gericht als „Täter“ wegen angeblichem „tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ stehen und lade Sie/Dich zu dieser öffentlichen Verhandlung auch herzlich ein.

Aber welchen Eindruck ich bei der Verhandlung hatte und was sich auch mit den Eindrücken bei meiner Festnahme am 29. August 2020 deckt, war, dass weder die Polizei, noch die Richter, noch die Staatsanwaltschaft weiß und wusste, was die Menschen seit 2013 vor den Reichstag treibt.

Der Staatsanwalt sprach bei der besagten Verhandlung von einer Schande für „unsere“ Gesellschaft und distanzierte sich persönlich von dieser Versammlung.

Die Tatsache, dass scheinbar niemand weiß oder versteht, weshalb sich Menschen Jahr für Jahr, Monat für Monat vor das Reichstagsgebäude stellen, um ihren Willen gegen Nazismus und Militarismus in Deutschland kundzugeben (Erfüllung des Potsdamer Abkommens vom 2. August 1945), musste ich erst einmal einige Tage sacken lassen.

Aber gut, dies sind Tatsachen, die man nicht leugnen kann und mit denen man lernen muss umzugehen.

Am 9. November 2021 um 13.00 Uhr habe ich mich also in der Strafsache Christian Mantey mit dem Tatvorwurf „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ in das Amtsgericht Tiergarten in der Kirchstraße 6 in 10557 in Berlin zu begeben und da diese Verhandlung öffentlich ist, lade ich Sie und Dich herzlich ein, dieser Verhandlung beizuwohnen. Auch wenn ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass es mittlerweile zwecklos geworden ist, ein äußeres Recht in Anspruch nehmen zu können, um mein inneres Rechtsempfinden befriedigt zu sehen, freue ich mich dennoch auf diese Verhandlung und Ihre und Deine Teilnahme und Zeugenschaft, denn Unrecht wird niemals zu Recht und verpflichtet bleibe ich sowohl der historischen als auch der gegenwärtigen Wahrheit.

Die genauen Koordinaten lauten:

Amtsgericht Tiergarten
Kirchstraße 6
10557 Berlin

Datum: 9.11.2021
Uhrzeit: 13.00 Uhr
Raum: 1. Stock, Raum 1101

Zeitgleich findet vor dem Bundestag (Paul-Löbe-Haus) die monatliche Kundgebung gegen Nazismus und Militarismus in Deutschland (Artikel 139+146 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und Erfüllung des Potsdamer Abkommens) im Gedenken des vielschichtigen Tages 9/11 bzw. 11/9 statt.

Vielen Dank für Ihre/Deine Unterstützung und Teilnahme und herzliche Grüße sendet Ihnen/Dir

Christian Mantey

s. Stoppt den Krieg gegen Weißrussland! Beendet den zweiten Weltkrieg! Gebt Deutschland frei!

Öffentliche Bekanntgabe an den Sonderberichterstatter für Folter der United Nations Nils Melzer: POLIZEI-Gewalt bei angemeldeter Versammlung in Berlin am 24. Juli 2021 – Folter, Gewalt und Willkür