Putin über drohende Lebensmittelkrisen und Schutz vor westlichen Sanktionen

Angesichts der massiven westlichen Sanktionen gegen sein Land, der drohenden Verschärfung dieser Maßnahmen und den massiven Preissteigerungen weltweit hat der russische Präsident eine Sitzung mit Funktionären der Agrarindustrie abgehalten. Wladimir Putin will die Nahrungsmittelsicherheit in Russland stärken und forderte die Verantwortlichen auf, alles in Gang zu setzen, um die heimische Nahrungsmittelproduktion einmal mehr auszuweiten. Zeitgleich betonte er, dass sein Land kein Interesse daran habe, anderen zu schaden, auch wenn der Westen ständig versuche, Russland den „schwarzen Peter“ zuzuschieben.

In diesem Zusammenhang betonte er auch, dass Russland trotz der jüngst angekündigten Sanktionsverschärfungen des Westens den Export russischer Düngemittel als einer der größten Exporteure aufrechterhalten will.

„Ich wiederhole, ich möchte betonen, dass wir niemandem Schaden zufügen wollen. Nein, in keiner Weise“, so Putin.

Die EU hatte jüngst angekündigt, gegen Russland ein Kohle-Embargo zu verhängen und Häfen für russische Schiffe zu sperren. Russland hatte vor rund einem Monat Ausfuhrbeschränkungen für Düngemittel angekündigt, weil Schifffahrtsgesellschaften die Verladung in den Häfen einstellten und die Unternehmen eine Versicherung für die Fracht verweigerten.

Putin betonte: „Wir müssen das alles sorgfältig regeln – mit der Logistik, mit den Versicherern, mit allen.“

Aber er war sich sicher, dass die Düngemittel gekauft werden, da „keiner verhungern will“.

Dennoch warnte er: „Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist ein Mangel an Düngemitteln auf dem Weltmarkt unvermeidlich. Nicht alle Länder werden in der Lage sein, die erforderliche Menge an Düngemitteln für die laufende Saison zu kaufen, was zu geringeren Erträgen führt. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass die Industrieländer über den Mechanismus der Finanzströme versuchen werden, die Nahrungsmittelströme aufzukaufen und zu übernehmen. Auf diese Weise werden sie natürlich unweigerlich die Nahrungsmittelknappheit in den ärmsten Regionen der Welt verschärfen, neue Migrationswellen auslösen und generell die weltweiten Nahrungsmittelpreise noch weiter in die Höhe treiben. Auch dieses Szenario ist mehr als real und wir, hier in Russland, müssen darauf vorbereitet sein. Das bedeutet, dass wir die negativen externen Effekte für unsere Bevölkerung minimieren und die Produktion und Versorgung des russischen Binnenmarktes mit hochwertigen, erschwinglichen Lebensmitteln, einschließlich Fischprodukten, steigern müssen. Dies ist die wichtigste Aufgabe für dieses Jahr.“