Vorwort

Der Adolf Eichmann Prozeß als größter Skandal der Bundesrepublik Deutschland? [3:52​]

Inhaltsverzeichnis
  1. DIE WAHRHEIT ÜBER DEUTSCHLAND [56:20​​]
    1. Einführung [56:31​]
      1. Kapitulation der militärischen Streitkräfte [57:07​​]
      2. Die Reichsregierung unterzeichnet keine Friedensverträge [58:16​​]
      3. Ergebnis
      4. Dokumente und Urkunden
      5. Here is Germany – Propagandafilm der USA [1:00:03​​]
      6. Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [1:02:43​]
      7. AB HIER WIRD NOCH GEARBEITET UND VERVOLLSTÄNDIGT
      8. Nazifizierung der Deutschen bis zum heutigen Tag [1:08:39​​]
      9. Heimat – Staatsangehörigkeit vor 1933 [1:08:48​]
        1. Deutsche Staatsangehörigkeit von 1934 Adolf Hitler [1:09:46​​]
        2. Weiterführung der Deutschen Staatsangehörigkeit von Adolf Hitler ab 1945 bis zum heutigen Tag [1:14:02​​]
        3. Weiterführung der Deutschen Staatsangehörigkeit von Adolf Hitler durch die „Deutsche Demokratische Republik“ („DDR“) [1:18:45​]
    2. Der völkerrechtliche Staat deutsches Reich existiert bis heute weiter [1:20:18​​]
      1. Carlo Schmid: Grundsatzrede vor dem parlamentarischen Rat zur Gründung der BRD [1:20:24​]
      2. Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [1:34:49]
        1. Karl-Eduard von Schnitzler (29.02.1988 – Tagesschau 24) [1:34:49​​]
        2. Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [1:35:46​]
    3. ERGEBNIS-DOKUMENTATION! von 1949 bis zum heutigen Tag [1:43:02​]
      1. Beendigung der Authentifizierung 1949 bei Gründung der BRD [1:43:11​​]
      2. Verwaltungen und Gerichte werden durch ehem. Nationalsozialisten ausgestattet [1:43:28]
      3. Auf der internationalen Pressekonferenz des „Ausschusses für Deutsche Einheit“ wird durch die „DDR“ nachgewiesen, dass 600 Nazi-Juristen im Dienst Adenauers stehen [1:47:39]​
        1. HITLERS JUSTIZ IST JETZT AUCH ADENAUERS JUSTIZ [1:48:06​​]
        2. 1.3.3.1 BRD lehnt Aufklärung durch die „DDR“-Staatsanwaltschaften ab [1:48:28​]
        3. 1.3.3.2 BRD lehnt Aufklärung durch die Ablehnung von US-Dokumenten ab [1:50:31​]
        4. 1.3.3.3 Vom Kabinett Adenauers (1949) bis zum Kabinett Helmut Kohls saßen in jeder deutschen Bundesregierung ehem. NSDAP-Mitglieder [1:52:36​]
      4. 1.3.4 Dokumentation: Der Führer ging – Die Nazis blieben [1:53:06​]
      5. 1.3.5 Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [2:03:28​]
        1. 1.3.5.1 Helmut Schmidt zur NS-Vergangenheit bundesdeutscher Politiker = Mittäterschaft [2:03:28​]
        2. 1.3.5.2 Tagesschau vom 8.5.2013 – Einfluss von Ex-Nazis in Bundesministerien [2:05:08​]
        3. 1.3.5.3 Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren [2:07:03​​]
        4. 1.3.5.4 Bundespressekonferenz: Angela Merkel zum Thema NS-Vergangenheit und „Haben wir aus der Geschichte gelernt?“ [2:08:23​]
        5. 1.3.5.5 ZDF-Nachrichten vom 3.2.2012: „Die Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des 3. Reiches (…)“ [2:10:22​]
        6. 1.3.5.6 Dokumentation: Fahndung nach privater Nazi-Kunstsammlung in der BRD oder Kunsthandel mit Nazi-Kunstwerken, die Eigentum der BRD, der Rechtsnachfolgerin des Dritten Reiches, sind [2:10:26​]
      6. 1.3.5.7 Sammlung von Nazi-Devotionalien und der Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz [2:24:42]​
    4. Gültigkeit alliierter Besatzungsvorschriften in Deutschland [2:29:26]
    5. Die Reichsbürger-Stigmatisierung/-Ideologie [3:11:48​]
      1. Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften
      2. Im Beifall der Nazi-Parteigenossen stirbt der letzte Rest von Menschlichkeit [3:15:29​]

VORWORT [0:05​]

Wir kommen heute zum größten Skandal in der Menschheitsgeschichte und in der Bundesrepublik Deutschland so oder so.

Globus und Blaustern – Zitat Gabi Weber:

Die BND-Akten über die Strafsache Eichmann. Am 11. April 1961 wurde in Jerusalem der Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann eröffnet. Die Medien werden den 60. Jahrestag zum Anlass nehmen, das Verfahren als „Jahrhundert-Prozess“ zu feiern, als wegweisend für Gerechtigkeit und Menschenrechte.
Kritische Stimmen wurden und werden kaum laut.
Ich frage deshalb: Ist die Strafsache Eichmann ein Grund zum Feiern oder ein Grund zum Schämen?
Was wissen wir heute? Wer hat – hinter den Kulissen – welche Strippen gezogen?
In Jerusalem und in Pullach. Ich habe den Bundesnachrichtendienst bereits 2008 auf Herausgabe seiner Eichmann-Akten verklagt und damals einiges bekommen. Vor kurzem hat mir der BND erneut einen Schwung Akten geliefert. Noch nicht alles, aber die neue Klage ist eingereicht und vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig anhängig. Einzusehen auf der Seite: Webpräsenz weltnetz.tv Globus und Blaustern Gaby Weber.

Pimpel und Blaustern – Die BND-Akten über die Strafsache Eichmann – Gaby Weber

Es ist unfassbar was hinter dieser Angelegenheit steckt. Und zwar wurde es bereits in den bundesdeutschen Medien gebracht, wenn die Entnazifizierung in Deutschland thematisiert wird und wieder aufgenommen wird, im Rahmen eines Verfahrens, was ich als als Nürnberg II bezeichne, werden die Auschwitzprozesse hinsichtlich des Umfangs und gar eventuell so in der Bedeutung in den Schatten gedrängt oder in den Hintergrund gedrängt.

Es ist ein unglaublicher Skandal was die Bundesrepublik Deutschland ist. Ihre gesamte Herkunft und geschichtliche Entwicklung, bis zum heutigen Tag.

Es geht um die Projektion der neuen Weltordnung der Faschisten. Über das Vierte Reich des Walter Hallstein Plans Europäische Union – zuvor Kohle und Stahl Union, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft zum 5. Reich einer New World Order – Neuen Welt Ordnung der Faschisten. Durch Weiterführung der Nationalsozialistischen Staatsangehörigkeit, deutsche Staatsangehörigkeit zwangsverordnet von Adolf Hitler 1934 und Anwendung der NS- oder Nationalsozialistischen Gleichschaltungsgesetze zur Durchführung der New World Order.

Film ab.

Der Adolf Eichmann Prozeß als größter Skandal der Bundesrepublik Deutschland? [3:52​]

Am 11. April 1961 wurde in Jerusalem der Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann eröffnet.

Es ging um seine Rolle bei der Shoah, der Vernichtung über 5 Millionen Juden während des Nationalsozialismus. Ich weiß. es ist lange her und wir haben heute andere Probleme, doch es gibt gute Gründe über diesen Prozess zu berichten.

1 Weil dieses Verfahren nach den Nürnberger Prozessen das spektakulärste war. Filme sind fabriziert worden, Bücher, Dramen.

Es ist Februar 2021 und ich sitze in meinem Büro in Buenes Aires. Die Medien werden den 60. Jahrestag zum Anlass nehmen, das Verfahren als „Jahrhundert-Prozess“ zu feiern, als wegweisend für Gerechtigkeit und Menschenrechte.

Kritische Stimmen wurden und werden kaum laut. Ich frage deshalb.

Ist die Strafsache Eichmann ein Grund zum Feiern oder Grund zum Schämen?

Was wissen wir heute? Wer hat hinter den Kulissen welche Strippen gezogen? In Pullach und in Jerusalem.

2 Galten rechtsstaatliche Regeln? War das Gericht eigentlich zuständig? Wurde die Öffentlichkeit zugelassen? Gab es Chancengleichheit für die Verteidigung? Wurde die Beweisaufnahme umfassend durchgeführt und entlastendes Material gesucht? War das Urteil ausgewogen oder stand die Strafe von vornherein fest?

Eine Diktatur braucht keine öffentlichen Verfahren, allenfalls Schau-Prozesse. So abgenutzt es klingen mag, eine halbwegs unabhängige Justiz ist Ausdruck einer zivilisierten Gesellschaft. Gerade wenn es um die Bestrafung schwerer Verbrechen geht. Berichte und Journalisten brauchen eine Distanz zu dem über den sie Urteilen.

Wir dürfen uns nicht von der Moral erdrücken lassen. Damit verweigern wir den Opfern nicht unsere Solidarität. Aber wir Betrachten nüchtern die Fakten. Es geht nicht an zu sagen, der Angeklagte hat es irgendwie verdient. Denn daran besteht kein Zweifel.

Eichmann hat an der Entrechtung und der Vernichtung der Juden aktiv mitgewirkt. Solche Leute müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Frage ist wie?

3 Die Verhaftung Eichmanns in Argentinien und der Prozess in Jerusalem haben die globale Diskussion über die Menschenrechte beeinflusst.

Seit dem gilt, dass auch Schreibtischtäter als Mörder verurteilt werden können. Und es gilt das Völkermord ein Verbrechen gegen die Menschheit ist und dass diese Verbrechen überall zur Anklage gebracht werden können.

Auch wenn ich damals 1960, 1961 viel zu jung war. Für meine Generation war die „Entführung“ und, wie wir damals glaubten, rechtsstaatliche Verurteilung eines Naziverbrechers wichtig.

Wir schlossen daraus das Gesetze übertreten werden dürfen, wenn ein höheres Gut dies erfordert. Die Gerechtigkeit steht über den einfachen Gesetzen.

Heute Frage ich mich, ob wir damals auf einer von diesen Geheimdiensten fabrizierten Lügen debattiert haben.

4 Israel benutzt den Fall Eichmann, um sich über internationale Vereinbarungen hinwegzusetzen.

Um die Straflosigkeit zu durchbrechen, musste die argentinische Souveränität verletzt werden. Doch ist das was der Mossad und Hollywood erzählen auch passiert?

Ich klage seit vielen Jahren auf Herausgabe der Eichmannakten, gegen das argentinische Außenministerium, dem Bundesnachrichtendienst und in Russland. Nur in Israel ist alles dicht.

In meinen Augen ist der Fall Eichmann die Mutter aller Fake News. Wir müssen ihn studieren, um unser Recht auf Wahrheit zu verteidigen.

Gerade hat mir der BND wieder einen Schwung Akten geliefert. Noch nicht alles, aber die neue Klage ist eingereicht. Wir sind auf einem guten Weg.

Pimpel und Blaustern, die BND-Akten über die Strafsache Eichmann Gaby Weber

Heute geht es nicht um die Entführung, dazu hab ich mehrere Filme angefertigt. Es geht um den Prozess. Hier kurz die Vorgeschichte:

Wie tausende Nazis reiste Adolf Eichmann 1950 mit gefälschten Papieren nach Argentinien. Zwei Jahre später trafen seine Frau und die Söhne ein. Sie lebten dort unter ihren richtigen Namen. 1956 erließ die Frankfurter Staatsanwaltschaft Haftbefehl. Doch Interpol weigerte sich ihn zu Vollstrecken und die argentinische Militärs hielten ihre schützende Hand über die Nazis.

Am 11. Mai 1960 kam Eichmann von seiner Arbeitsstelle bei Mercedes-Benz Argentina nicht nach Hause und am 23. Mai gab der israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion überraschend seine Verhaftung und die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens bekannt.

Über diese 11Tage in Argentinien gibt es zwei Versionen. Die offizielle des Staates Israel, der von einer „Heldenhaften“ Suche des Mossad spricht und sie seit 60Jahren medial in Szenen setzen lässt. Diese Version steht in den Geschichtsbüchern. Die einzigen Beweise sind die Erzählungen der Geheimdienstchefs.

Die Archive sind aus Gründen der nationalen Sicherheit verschlossen – die des Mossad sowieso und auch die des Ministerpräsidenten, teilte sein Büro meiner israelischen Anwältin mit und sogar das was schon im National-Archiv Jerusalem lagerte ist inzwischen verschwunden.

Historiker und Journalisten dürfen sich nicht auf die Fabeln der Geheimdienste stützen. So hübsch sie auch klingen mögen. Geschichtsschreibung braucht authentische Dokumente.

Und deshalb habe ich wie gesagt den Gerichtsweg beschritten. Alles andere ist Verschwörungstheorie, Geschwurbel, Fake News.

Inzwischen habe ich einen ganzen Haufen amtlicher Dokumente, aus denen sich eine ganz andere Version ergibt, auch bezüglich des Jahrhundertsprozesses in Israel.

Die Zuständigkeit

Als Eichmann in israelischer Gefangenschaft auftauchte, war die erste Frage, warum soll Israel zuständig sein und welche anderen Justizbehörden haben Zugang zu dem Angeklagten. Normalerweise ist die Territorialität ausschlaggebend. Wo sind die Verbrechen geschehen und welche Behörde hat ermittelt?

Frankfurt

Alles sprach für Deutschland. Es existierte ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main und die deutsche Botschaft hatte in Buenos Aires versucht diesen vollstrecken zu lassen. In Frankfurt lag das Beweismaterial und in Frankfurt saß der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer – Sozialdemokrat jüdischer Herkunft und Antifaschist. Er leitete später den Auschwitzprozess.

Die Täter waren Deutsche gewesen, die Judenvernichtung von der deutschen Reichsregierung angeordnet und durchgeführt worden.

Unter den Opfern befanden sich tausende deutsche Juden. Ein Prozess in Frankfurt hätte die bundesdeutsche Gesellschaft gezwungen, das Thema Judenverfolgung nicht länger totzuschweigen.

Er hätte ein politisches Erdbeben ausgelöst – auch über die Frage wie viele altgediente Nazis in der Verwaltung und in der Regierung saßen.

An erster Stelle Hans Josef Maria Globke, Kommentator der Nürnberger Rassengesetze und 1960 Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Er ersparte dem deutschen Bundeskanzler diese Auseinandersetzung.

Die Bundesregierung rührte keinen Finger, um Eichmann in Frankfurt vor Gericht zu stellen. Im Gegenteil, sie erteilte dem BND den Auftrag zu verhindern, dass Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens während des Prozesses in Jerusalem erwähnt würden. So nahm der Dienst in Pollach Verbindung zum israelischen Geheimdienst auf – zum blauen Partner Blaustern – so die Tarnnamen für den Mossad.

Fickstern nannten sie Adenauer und Globus oder Erdball Globke. Ausgerechnet jener Dienst, also der aus der Organisation Gehlen hervorgegangen war und von Nazigeneral Reinhard Gehlen geleitet wurde. Er tritt in den BND-Papieren als 363 auf. Er hatte die alten Kameraden rekrutiert, die bei der Schutzstaffel (SS) und Gestapo ihr Handwerk gelernt hatten. Aber mit ihren Kollegen vom blauen Partner verstanden sie sich glänzend, geht aus den Akten hervor.

Gespräche mit Fickstern und Gedeon haben den Eindruck ermittelt, dass Blaustern nicht beabsichtigte die BRD im Rahmen dieses Prozesses in irgendeiner Weise anzugreifen. Vielmehr soll strickt zwischen dem alten und neuen Deutschland unterschieden werden. Blaustern befürchtete, dass der Sowjetblock seine anti-deutsche Propaganda auf die deutsch-israelische Zusammenarbeit ausdehnt.

Gerichtstand in Osteuropa

Wie Fritz Bauer wollten auch osteuropäische Länder Eichmann anklagen. Vor allem in Polen und Ungarn hatten die Nazis gegen die jüdische Bevölkerung gewütet und Vernichtungslager errichtet.

Eichmann sollte nach Warschau ausgeliefert werden, fürchtete der BND nach dem Urteil der Berufungsinstanz.

Die Verteidigung hat ein Gnadengesuch vorgelegt, weitere lagen vor. Bauer hat bei der israelischen Regierung darum gebeten, den Angeklagten im Zuge einiger deutscher KZ-Verfahren vernehmen zu lassen, ähnliche ansuchen lagen dem Vernehmen nach vor von Jugoslawien, Polen, der Tschecheslowakei und Argentinien vor.

Doch Ben Gurion ließ den Verurteilten unmittelbar nach Rechtskraft hinrichten. So verbaute er den Ermittlern anderer Staaten den Weg Informationen zu erhalten, die zur Verhaftung weiterer Kriegsverbrecher geführt hätten.

War Israel zuständig?

Israel hatte zum Zeitpunkt der Shoah nicht existiert. Dort befanden sich Überlebende, aber kein einziger Staatsanwalt hatte sich vor Mai 1960 für die Strafverfolgung von Nazis interessiert.

Es gab keine Ermittlungen – weder gegen Eichmann, noch gegen andere Nazis. Gegen die Zuständigkeit Israel sprach, dass einige Zeugen der Verteidigung nur mit Zusicherung eines freien Geleits vor Gericht erscheinen würden, doch das wurde verweigert.

Der Präsident des jüdischen Weltkongresses Nahum Goldmann, schlug die Einsetzung eines internationalen Gerichtshofes vor, mit Sitz in Israel, aber mit Richtern aus verschiedenen Ländern.

David Ben-Gurion war empört, er wollte den kompletten Prozessverlauf kontrollieren.

Er stand bei US-Präsident White Eisenhower im Wort, der ein Ablenkungsmanöver für seine fatalen Atomtests in Argentinien brauchte. Auch darüber habe ich in anderen Filmen berichtet.

Die israelischen Justizbehörden beriefen sich auf das Gesetz zur Bestrafung der Nazis und ihrer Helfer aus dem Jahr 1950, das bis dahin praktisch nie angewandt worden war. Der junge Staat hatte andere Prioritäten.

David Ben-Gurion hatte in den Gesprächen über die deutsche Unterstützung seines Atomprogramms Adenauer versprochen, genau dieses Thema nicht auf die Tagesordnung zu setzen, weder zu Hause noch international.

Das Urteil stützt sich auf einen Sondercharakter, der auf die Vernichtung des jüdischen Volkes hinzielte. Das leidende Volk besitze ein Recht den abzuurteilen, der sein Dasein zu vernichten suchte. Israel sei ein Judenstaat und es sei nicht zulässig, ihn von seinen Wurzeln abzuschneiden.

Wir wollen ein krasses Beispiel geben und annehmen, dass sich die übriggebliebenen Zigeuner einer ethnischen Gruppe oder Volk, welches gleichfalls dem jüdischem Volke ähnlich, ein Opfer des Verbrechens des Völkermordes war, hätte sich nach dem Krieg gesammelt und in irgendeinem Teil der Welt ein unabhängigen Staat gegründet. Dann ist es berechtigt seine Hoheitsgewalt anzuwenden, um die ihnen von Natur aus zustehende Strafhoheit gegenüber dem Täter auszuüben.

Es ist nicht die Natur, sondern das Gesetz, das die Zuständigkeit bestimmt. Aber selbst wenn man die Zuständigkeit von Jerusalem bejaht, wer hat Israel das Recht gegeben die osteuropäischen Staaten und die
Frankfurter Staatsanwaltschaft, die ihnen zustehende Strafhoheit zu versagen? David Ben-Gurion setzte sich über alle Einwende hinweg.

In der internationalen Menschenrechtsdiskussion wird der Eichmannprozess gefeiert, weil er das Prinzip der Verbrechen gegen die Menschheit einführte. Danach können crimes against humanity auf der ganzen Welt verhandelt werden.

Später beriefen sich darauf die Ankläger südamerikanischer Diktatoren den ihren Heimatländern aufgrund von Amnestiegesetzen nicht verfolgt wurden. Auch die Einrichtung des internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag liegt dieses Prinzip zu Grunde. Das ist nicht falsch, aber sehr kurz gedacht. Denn die Bewegung gegen die Straflosigkeit südamerikanischer Folterer hat gezeigt, dass die juristische Aufarbeitung vor Ort an erster Stelle stehen muss und gegen Eichmann gab es ja einen Haftbefehl, Beweismaterial und einen fähigen Generalstaatsanwalt in Frankfurt.

Recht auf Verteidigung

Chancengleichheit zwischen Verteidigung und Anklage ist die Grundlage eines rechtsstaatlichen Prozesses. Heute wissen wir, dass die Geheimdienste die Strippen gezogen haben. Der Mossad überließ den BND wohlgemerkt dem Dienst des Nazigenerals Gehlen die kompletten Protokolle und 76 Tonbänder.

Uns standen jetzt ungeschwärzt 3564 Seiten Niederschrift der Vernehmung Eichmanns in Israel zur Verfügung. Gemeinsam verhinderten sie das Anwälte aus dem Ostblock Einfluss auf das Prozessgeschehen nehmen konnten.
Aus Ost-Berlin war Rechtsanwalt Friedrich Kaul angereist und hatte Vollmachten jüdischer Opfer vorgelegt, prompt zauberte man ein Gesetz hervor.

Aus Tel Aviv meldet das die Knesset ein Sondergesetz gebilligt hat, das die Beteiligung ziviler Nebenkläger am Prozess unmöglich macht. Damit kann Kaul nicht Nebenkläger sein. Während des Prozesses brach die Bild-Zeitung in das Hotelzimmel Kauls ein und stahl Unterlagen, die nach Pollach geschickt wurden. Dieses Dokument stammt ausnahmsweise nicht vom BND, sondern aus dem Archiv des Auswärtigen Amtes.

Ein Jurist aus Chile wollte die Verteidigung übernehmen, angeblich umsonst. Hat er Beziehungen zu Neonazis oder zu Linksextremisten, fragte man in Pullach. Man klopfte ihn auf Ostverbindungen ab, fand aber in dessen Münchener Wohnung nur ein Bild von Hitler.

Ein Anwaltsteam aus England wollte in die Verteidigung einsteigen. Der BND prüfte und stieß auf Verdächtiges, das es nämlich dem Zionismus skeptich gegenüber stehe. Die Essener Anwälte Gustav Heinemann und Diether Posser kamen ins Spiel. Heinemann wurde später Bundespräsident und Possar Justizminister in Nordrhein-Westfalen. Aber sie waren in der SPD und verteidigten auch Kommunisten – also für den BND völlig unakzeptabel. Die Brüder Eichmann schlugen den Anwalt vor, der Hitlers Schwester vertrat – auch zu undurchsichtig für den Dienst. Er wollte die Verteidigung kontrollieren und sich nicht mit der Familie auseinandersetzen. Wie praktisch, das es in Köln ein Rechtsanwalt gab, mit dem der Geeiheimdienst bereits seit September 1955 zusammenarbeitete.

Dr. Servatius versprach sich von einer Zusammenarbeit mit unserem Dienst, eine Verwendung im konsularischen Dienst. Um das Mandat zu erhalten, hat er sich an den Bruder von Eichmann gewandt und ist mit diesem zu einer ersten Besprechung in Salzburg zusammen gekommen.

Servatius sprach seine juristischen Schritte mit dem Dienst ab. BND-Agenten begleiteten ihn nach Jerusalem.
Der V-Mann 7461 (Deckname Laqueur) soll Servatius begleiten und reist nach Köln, um dort ein Visum zu beantragen.

Mit dem blauen Partner stand Pullach in enger Verbindung und leistete logistische Hilfe. Am 16. Januar 1961 fand in München ein konspirativ durchgeführter Treff zwischen dem Assistenten des Rechtsanwalt Servatius und einem Angehörigen des israelischen Sicherheitsdienstes statt. Er habe festzustellen, ob der Assistent selbst durch seine Familie an anti-jüdischen Maßnahmen beteiligt gewesen sei.

Es ging um Dieter Wechtenbruch, Jahrgang 1931, bei Kriegsende also 13 Jahre alt. Weitere Beobachtung ist sichergestellt.

Die Verteidiger setzten sich über den erklärten Willen ihres Mandanten hinweg, denn BND und Bundeskanzleramt wollten partout die Erwähnung des Staatssekretär Globke im Prozess vermeiden. Zwei Wochen nach Eröffnung
erfuhr Gehlen: Savatius wurde von der Staatsanwaltschaft auf ein Dokument vom Januar 1941 angesprochen, über die Ordnung der Staatsangehörigkeit im Großdeutschen Reich.

Auf der Anwesenheitsliste ist Ministerialrat Dr. Globke vom Reichsinnenministeriums verzeichnet. Servatius soll geantwortet haben, er sei ebenso wenig nicht daran interessiert, in der Verhandlung innerdeutsche Probleme wie solche der israelischen Innenpolitik zur Sprache zu bringen. Mit „israelischen“ Problemen war die Zusammenarbeit Eichmann mit hochrangigen zionistischen Funktionären gemeint.

Servatius legte dieses Dokument seinem Mandanten vor, dessen Kommentar: Die Beamten des Reichsinnenministeriums haben die Maschen immer enger geknüpft. Die Gestapo musste danach arbeiten. Einer der damaligen Drahtzieher, der die gesetzlichen Untermauerungen zur Rechtlosmachung der Juden schuf, sitzt heute als Staatssekretär in der Bundesregierung.

In den Akten des BND befindet sich der fertig formulierte Beweisantrag auf Vernehmung Globkes. Diesmal bedrängte ihn der israelische Generalstaatsanwalt. Hausner erklärte die Verteidigung möge diesen Zeugen doch in der BRD vernehmen, Servatius hat die Argumente anerkannt.

Die Schreiben der Familie lieferte der Anwalt in Pollach ab. Anliegend werden Ablichtungen des Schreibens des Bruders von Dr. Servatius vorgelegt.

Er unterrichtete über seine Reisen nach Israel und überreichte seine Korrespondenz mit dem israelischen Justizministern. Der Geheimdienst kümmerte sich um die Finanzierung der Verteidigung und erstattete Globke persönlich Rapport und er schickte Material aus der Feder des Staatssekretärs über den Mossad an Blaustern.

Globke wusste, dass Servatius von privater Seite honoriert würde. Abgesehen von den 20.000 Doller die Israel an Servatius zahlte. Gemäß der Vereinbarung die Eichmann noch in Argentinien mit den Israelis getroffen hatte.

Anliegend werden für die Unterrichtung von Globus folgende Aufzeichnungen vorgelegt:

Maßnahmen gegen die Liveveröffentlichungen der Eichmannmemoiren und stand der Prozess-Finanzierung. Bisher sind keinerlei direkten oder indirekten Zahlungen durch Bundesstellen an Dr. Servatius erfolgt. Der Anwalt plante eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesregierung wegen der Übernahme seiner Kosten. Doch er scheiterte vor dem Verwaltungsgericht Köln. Eichmann sei kein deutscher Staatsbürger und habe sich durch Flucht den Behörden entzogen.

Apropos Staatsbürgerschaft, eigentlich gehört es sich, dass sie im Urteil und in der Anklageschrift erwähnt wird, ist sie aber nicht.

Warum erfahren wir aus den BND-Akten viele Geheimnisse im Prozess gegen Eichmann, welche Staatsbürgerschaft, die er bei der Ergreifung besaß, soll Staatsgeheimnis bleiben. Eichmann hatte als er in den 20er Jahren für eine US-Erdöl Firma in Palästina unterwegs war, eine gefälschte Geburtsurkunde vorgelegt, wonach er in Haifa geboren war,
nach deutschem Recht verwirkt ein Staatsbürger automatisch seine Staatsangehörigkeit, wenn er eine andere annimmt.

Rechtlich war Eichmann also staatenlos oder ein Israeli, wenn man die Geburtsurkunde von Haifa zugrunde legt – das wurde im Prozess verschwiegen. Anliegend wird eine Aufzeichnung, die als streng geheim zu betrachten ist, über die vertraulichen Gespräche zwischen Servatius und Eichmann vorgelegt. Die Erklärungen Eichmanns durften für den Staatssekretär im Kanzleramt von allergrößtem Interesse zu sein.

Das heißt, die Beratungen zwischen Anwalt und Mandant wurden in Israel aufgezeichnet und an BND und Kanzleramt weitergeleitet. Eichmann soll zunächst behauptet haben, Globke nicht persönlich zu kennen, dies erklärte David Ben-Gurion im Februar 1961 einem abgesandten des Kanzleramtes. Noch vor Prozessbeginn verfiel der BND auf die Idee, dass sich Eichmann vor Gericht als Kommunist bezeichnen sollte. Servatius überzeugte seinen Mandanten, er habe ja nichts mehr zu verlieren. Er schrieb an seinen Bruder berichtete Agent 7396:

Servatius übergab mir den ganzen Brief, ich erklärte ihm, dass er es auf keinen Fall den provinziellen Familienmitgliedern überlassen könne, zu entscheiden, ob dieser Teil des Briefes veröffentlicht werden soll oder nicht. Auf meinem Vorschlag wurde der Brief von mir abgeschrieben und die Erklärung für den Osten zurückgehalten. Nur zwei Drittel des Briefes sind von Servatius dem Bruder in meiner Gegenwart übergeben worden.

Diesen Brief verteilte der BND an ausgewählte Medien, am Ende wurde aus dem Plan nichts. CIA-Chef Allen Dulles war dagegen.

Das Kalkül von BND und Kanzleramt ging auf. Das Schlusswort von Eichmann enthielt ursprünglich den Namen Dr. Globke. Auf Veranlassung Dr. Servatius wurde er dann herausgestrichen und von ihm im Schlusswort nicht mehr erwähnt.

Der Umstand, dass die westdeutsche Verwaltung von früheren Nationalsozialisten durchsetzt war, war in Jerusalem kein Thema. Im Dezember erging das Urteil – die Todesstrafe. Wir sprechen den Angeklagten für schuldig, zusammen mit anderen, die Tötung von Millionen von Juden verursacht zu haben und zwar in der Absicht das jüdische Volk zu vernichten.

Wer diese anderen waren, die Mittäter also, wurde von der israelischen Justiz nicht weiter verfolgt. Eichmann hatte seinem Anwalt vertraut und mit einer Haftstrafe gerechnet, nun fühlte er sich verraten und wollte im Berufungsverfahren Globke unbedingt erwähnen – bei der ersten sicheren Gelegenheit.

Panik brach aus in Pollach. Der Anwalt musste sofort seinen Mandanten beruhigen.

Servatius berichtete über seine Israelreise vom 28. Dezember bis 8. Januar. Eichmann will in Berufungsverfahren eifrig mitarbeiten, um die Irrtürmer richtig zu stellen.

Um die verantwortlichen, die mit ihm gleichrangig oder als Vorgesetzte oder in anderen Ressorts an der Endlösung der Judenfrage mitgearbeitet haben, in ihren Handlungen darzustellen.

Er kommentierte das Urteil in einer 140-seitigen Niederschrift und nannte Namen -immer wieder Globke.

Eichmann sei bereit, bei Vernehmungen in der BRD jeder Zeit Rede und Antwort zu stehen. Am 11. März fuhr Servatius erneut nach Jerusalem – mit dem Vorsatz, Globke in der Berufungsverhandlung zu benennen. Fast entschuldigend erklärte er dem BND, selbst wenn er auf eine Benennung verzichten würde, würde Eichmann bei der ersten sich bietenden Gelegenheit im Gericht darauf drängen.

Eichmanns ausführliche Stellungsnahme sei bereits bei einigen Zeitschriften gelandet. Dr.G lobke muss jetzt als Zeuge gehört werden. In Judenangelegenheiten hatte Dr. Globke zu tun. Das Reichsinnenministerium war die Zentralstelle für Böhmen und Mähren, Stuckart war der Leiter, Globke sein Referent für Rassefragen. Zwei Tage später gab der BND Entwarnung. Gegen den Willen seines Mandanten erwähnte Servatius in seine Berufungsbegründung Globke nicht.

Öffentlichkeit

Zum ersten mal wurde die Vernichtung der europäischen Juden vor einem zivilen Gericht verhandelt, in Israel. Und alle Welt war von der sensationellen „Entführungsstory“ in Argentinien überzeugt und wollte jetzt Details.

Adenauer fürchtete, dass der junge Bonner Staat mit auf der Anklagebank sitzen würde. David Ben-Gurion beruhigte ihn. Die israelische Regierung habe kein Interesse, das der Prozess zu einem anti-deutschen Propaganda-Showstück gemacht und entsprechend ausgebeutet werde. Im Hinblick auf die Weltöffentlichkeit
könne man aber nicht umhin, das Verfahren so zu gestalten, dass es allgemein als ein fairer und korrekter Prozess anerkannt werde. Dies setze ein gewisses Mindestmaß an Öffentlichkeit voraus. Foto und Fernsehreporter sollten nur einmal vor Beginn des Verfahrens zugelassen werden. Später werde es für Foto und Fernsehreporter nur eine geschlossene und verglaste Kabine geben und auch hier werde man nur israelische Regierungsfotografen und die Vertreter der Fernsehgesellschaft zulassen, mit denen ein Vertrag geschlossen worden sei. Durch diese Zentralisierung hoffe man, eine restriktive Wirkung zu erzielen. Trotz dieser Restriktionen, war der Andrang gewaltig. Wie lies sich die Berichterstattung beeinflussen?

Wie der Mossad die israelischen Reporter unter Druck setzte, kann man nur vermuten. Dessen Akten sind ja Geheim. Aber wie er die deutschen Journalisten vom BND überprüfen lies, das wissen wir jetzt. Und der BND lieferte brav in der Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz, zum Beispiel Conrad Ahlers. Damals Redakteur bei der Frankfurter Rundschau, später Bundespressesprecher für die SPD. NS-Vergangenheit nicht erfasst. Über die meisten hatte er keine negativen Erkenntnisse, aber da war dieser Werner Stertzenbach KP-Funktionär, kommunistische Tarnkorrespondenz.

Bei der Masse der Reporter handelte es sich um jüngere Journalisten ohne NS- Belastung. Bei den älteren liegen keine Notierungen vor.

Startbild der Dokumentation: Die größte Täuschung aller Zeiten – Die Wahrheit über Deutschland

DIE WAHRHEIT ÜBER DEUTSCHLAND [56:20​​]


Einführung [56:31​]

Wir befinden uns seit 150 Jahren in einem psychohistorischen Krieg gegen Deutschland und Russland.

Ein alliierter Umerzieher zu Prof. Dr. Friedrich Grimm (Verfasser des äußerst lesenswerten Buches „Politische Justiz – die Krankheit unserer Zeit“, Bonn 1953)

Wir haben diesen Krieg durch Gräuelpropaganda gewonnen und wir fangen jetzt erst richtig damit an. Wir werden diese Gräuelpropaganda fortführen, wir werden sie steigern bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört ist, was ihnen Sympathien in anderen Ländern entgegenbringen könnte und bis sie derart verwirrt sind, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Wenn dies erreicht ist, wenn sie anfangen ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und zwar nicht widerstrebend sondern mit Übereifer den Siegern gehorchend, nur dann ist der Sieg vollkommen. Es wird niemals endgültig sein. Die Umerziehung bedarf gewissenhafter, unentwegter Pflege wie ein Englischer Rasen. Nur ein Moment der Unachtsamtkeit und das Unkraut bricht durch, dieses unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.

Sefton Delmer 1945 zu dem deutschen Völkerrechtler Prof. Grimm.

… Der letzte Krieg hat deutlicher als sonst die satanische Natur der Zivilisation erwiesen …Jedes Sittengesetz ist von den Siegern … gebrochen worden. Keine Lüge war zu schlecht, um angewendet zu werden …

Mahatma Gandhi

Kapitulation der militärischen Streitkräfte [57:07​​]

In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 kapitulierten nur die militärischen Streitkräfte des Deutschen Reiches in Berlin-Karlshorst

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 unterzeichneten Keitel (l. im Bild) die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst.
Karl Dönitz (r. im Bild) als offizieller Rechtsnachfolger von Adolf Hitler blieb in Flensburg und kapitulierte nicht!

Das Dritte Reich von Adolf Hitler wurde zu keiner Zeit beendet und wurde mit Hilfe der Hager Landkriegsordnung (HLKO) Art. 24 (Kriegslisten sind erlaubt) bis heute weitergeführt!

Die Reichsregierung unterzeichnet keine Friedensverträge [58:16​​]

Am 8. Mai trifft aus Kiel die deutsche Delegation zur Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation ein. An der Spitze Feldmarschall Keitel, Fliegergeneral Stumpf und Admiral von Friedeburg. Vor der Fahrt nach Karlshorst wird ihnen das Dokument vorgelegt.

Die Urkunde beginnt mit den Worten:

Wir, die hier Unterzeichnenden, die wir im Auftrage des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht handeln, übergeben hiermit bedingungslos dem Oberbefehlshaber der alliierten Expeditionsstreitkräfte und gleichzeitig dem Oberkommando der Roten Armee. alle gegenwärtig unter deutschem Befehl stehenden Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Inhalt der Kapitulationsurkunde vom 8. Mai 1945

Weder der amtierende Reichspräsident Karl Dönitz noch der amtierende Außenminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk unterzeichneten Dokumente, welche die Kapitulation des völkerrechtlichen Staates „Deutsches Reich“ festgelegt haben

Die geschäftsführende Reichsregierung unter Karl Dönitz blieb bis zum 23. Mai 1945 im Amt.

Die letzte Reichsregierung in Flensburg

Flensburg, die ???? des letzten Aktes. Großadmiral Dönitz und sein Stab haben die Aufgaben erfüllt, die ihnen von der alliierten Militärregierung gestellt wurden. Im Dock von Flensburg, wo das Schiff vor Anker liegt, wandern sie nun in die Kriegsgefangenschaft.

Bilder

Es wurden ab dem 8. Mai 1945 durch die dazu allein befugte Reichsregierung keine Friedensverträge zur Beendigung des sog. „Zweiten Weltkrieges“ mit den 54 kriegsbeteiligten Nationen geschlossen.

Ergebnis

Das Deutsche Reich ist nicht untergegangen und existiert bis zum heutigen Tag auf deutschem Boden weiter fort.

Es wurden ab 1945 keine Friedensverträge zur Beendigung des Weltkrieges abgeschlossen: Der sog. „Zweite Weltkrieg“ wurde 1945 nicht beendet.

Der allgemeine Weltkriegszustand hält bis zum heutigen Tag an.

Dokumente und Urkunden

Haager Landkriegsordnung – Ordnung der Gesetze und Gebräuche des Landkrieges. Artikel 24
Kriegslisten und die Anwendung der notwendigen Mittel, um sich Nachrichten über den Gegner und das Gelände zu verschaffen, sind erlaubt.

Here is Germany – Propagandafilm der USA [1:00:03​​]

Nach dem letzten Krieg (1918) fand der Kaiser die Zuflucht in Holland und jeder, der sich in Gefahr sah, floh.

Und heute (1945) müssen die überführten Verbrecher für ihre Verbrechen bezahlen.

Nach dem letzten Krieg (1918) blieb das deutsche Bildungssystem unberührt.

Dieses Mal (1945) ist die Nazi-Doktrin komplett vernichtet worden und neue Schulbücher wurden für die deutsche Jugend verfasst – unter unserer Führung, nicht der deutschen!

Nach dem letzten Krieg (1918) war lediglich dieses kleine Gebiet Deutschlands besetzt und dieses Mal (1945) untersteht jeder Quadratzentimeter Deutschlands der Machtgewalt der alliierten Truppen.

Nach dem letzten Krieg (1918) war das hier die Regierung Deutschlands und dieses Mal (1945) ist dies die Regierung Deutschlands.

Wir kamen nach Deutschland nicht als Befreier, sondern als Eroberer. Dieses Mal sollen wir in Deutschland bleiben – für 10 Jahre, für 20 Jahre, wenn nötig – für immer!

Karl Schmidt (linker deutscher Widerstandskämpfer (1902-1945) wird dies persönlich festlegen, wie lange wir bleiben sollen. Denn wir werden nicht weggehen ehe er einsieht, dass er persönlich verantwortlich ist, nicht nur für die deutsche Vergangenheit,sondern auch für die Zukunft.

Wir haben Deutschland von Hitler befreit und vom Generalstab, vom Nationalsozialismus, vom Militarismus.

Aber wir haben Deutschland nicht von Friedrich II., von Bismarck, vom Kaiser, deutscher Geschichte und Traditionen befreit. Das muss der Deutsche (Karl Schmidt) selbst tun. Bis er das tut, bleibt der Deutsche ein potenzieller Feind der Zivilisation. Nur wenn er das tut, erst dann kann der Deutsche seinen Platz in der menschlichen Gesellschaft wieder einnehmen. Dann, und nur dann kann der deutsche Bauer, der deutsche Postbote, der deutsche Polizist so sein wie unsere Landsleute in den USA. Und nur dann kann ein schönes Deutschland, ein industrielles Deutschland, ein kulturelles Deutschland sich zu den friedlichen Nationen der Welt zählen.

In diesem Jahr 1945 haben die USA zwei Atombomben auf die Zivilbevölkerung in Hiroshima und Nagasaki abgeworfen…

Musik: Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium.

Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [1:02:43​]

AB HIER WIRD NOCH GEARBEITET UND VERVOLLSTÄNDIGT

Nazifizierung der Deutschen bis zum heutigen Tag [1:08:39​​]


Heimat – Staatsangehörigkeit vor 1933 [1:08:48​]


Deutsche Staatsangehörigkeit von 1934 Adolf Hitler [1:09:46​​]

Weiterführung der Deutschen Staatsangehörigkeit von Adolf Hitler ab 1945 bis zum heutigen Tag [1:14:02​​]
Weiterführung der Deutschen Staatsangehörigkeit von Adolf Hitler durch die „Deutsche Demokratische Republik“ („DDR“) [1:18:45​]

Der völkerrechtliche Staat deutsches Reich existiert bis heute weiter [1:20:18​​]

Carlo Schmid: Grundsatzrede vor dem parlamentarischen Rat zur Gründung der BRD [1:20:24​]

Was ist nun die Lage Deutschlands heute. Am 8 Mai 1945 hat die deutsche Wehrmacht bedingungslos kapituliert. An diesen Akt werden von den verschiedensten Seiten die verschiedensten Wirkungen geknüpft. Diese bedingungslose Kapitulation hatte Rechtswirkungen ausschließlich auf militärischem Gebiet. Der die Kapitulationsurkunde die dort unterzeichnet wurde hat nicht etwa bedeutet dass damit das deutsche Volk durch legitimierte Vertreter zum Ausdruck bringen wollte dass es als Staat nicht mehr existiert, sondern hatte lediglich die Bedeutung das den Alliierten das Recht nicht bestritten werden solle wie der deutschen Wehrmacht nach Gutdünken zu verfahren.
Das ist der Sinn der bedingungslosen Kapitulation und kein Anderer. Manche haben daran andere Rechtsfolgen geknüpft. Sie haben gesagt aufgrund dieser bedingungslosen Kapitulation sei Deutschland als staatliches Gebilde untergegangen. Sie argumentieren dabei mit dem völkerrechtlichen Begriff der Debellatio, der kriegerische Niederwerfung eines Gegners. Diese Ansicht ist schlechterdings falsch, nach Völkerrecht wird ein Staat nicht vernichtet wenn seine Streitkräfte und er selbst militärisch niedergeworfen sind. Die Debellatio vernichtet für sich allein die Staatlichkeit nicht, sie gibt lediglich dem Sieger einen Rechtstitel auf Vernichtung der Staatlichkeit des Niedergeworfenen. Der Sieger muss also von dem Zustand der Debellatio gebrauch machen wenn die Staatlichkeit des Besiegten vernichtet werden soll und hier gibt es zwei Möglichkeiten nach Völkerrecht. Die eine ist die Annexion er muss das Gebiet des besiegten annektieren seinem Gebiet einstücken, dann allerdings ist die Staatlichkeit vernichtet oder die sogenannte Subjugation die Verknechtung des besiegten Volkes. Aber die Sieger haben nichts von dem getan, sie haben in Potsdam ausdrücklich erklärt:

  1. Dass kein deutsches Gebiet im Wege der Annexion weggenommen werden soll und
  2. Dass das deutsche Volk nicht versklavt werden soll.

Daraus ergibt sich, dass zumindest aus den Ereignissen von 1945 nicht der Schluss gezogen werden kann, dass Deutschland als staatliches Gebilde zu existieren aufgehört hat. Aber es ist ja etwas geschehen 1945 das ganz wesentlich in unsere staatlichen und politischen Verhältnisse eingegriffen hat.

Nur ist was geschehen ist eben nicht die Vernichtung der deutschen Staatlichkeit. Aber was ist es denn was geschehen ist?

  1. Der Machtapparat der Diktatur wurde zerschlagen, da dieser Machtapparat der Diktatur durch die Identität von Partei und Staat identisch gewesen ist mit dem Staatsapparat, ist der deutsche Staat durch die Zerschlagung dieses Herrschaftsapparats desorganisiert worden. Desorganisation des Staatsapparats ist aber nicht Vernichtung des Staates der Substanz nach. Wir dürfen ja nicht vergessen dass in den ersten Monaten nach der Kapitulation im Sommer 1945 wo keinerlei Zentralgewalt zu sehen war, sondern wo die Bürgermeister der Gemeinden als kleine Könige regierten die Landräte auch und die ersten gebildeten Landesverwaltungen erst recht. Dass alle diese Leute und alle diese Stimmen ihre Befugnisse ausübten nicht für sich, nicht für die Gemeinde und für das Land, sondern fast überall für das deutsche Reich. Es war eine Art Treuhänderschaft von unten die sich dort geltend machte. Ich erinnere noch genau in diesen Monaten wie es war, wie die Landräte die Steuern einzogen, nicht etwa weil sie geglaubt hätten sie stünden ihnen zu, sondern sie zogen sie ein, weil jemand das Geschäft stellvertretend für das Ganze besorgen musste und ähnlich machten es die Bürgermeister und machten es auch die Landesverwaltungen. Als man zum Beispiel in der französischen Zone die Länder veranlasste einen Vertrag zu schließen der ihnen großmütig zugestanden war, das deutsche Eisenbahnvermögen nun auf die Länder zu übertragen, da haben die Länder der französischen Zone sich geweigert es zu tun und haben gesagt, aus technischen Gründen mag der Vertrag nötig sein, wir übernehmen aber dass Reichsbahnvermögen nur treuhänderisch für Deutschland. Diese Auffassung dass die Existenz Deutschlands als Staat nicht vernichtet sei und dass es als Rechtssubjekt erhalten worden sei, ist heute weitgehend Gemeingut der Rechtswissenschaft auch im Ausland. Deutschland existiert als staatliches Gebilde noch es ist rechtsfähig es ist aber nicht mehr geschäftsfähig, noch nicht geschäftsfähig. Die Gesamtstaatsgewalt wird zumindest in auf bestimmten Sachgebieten ausgeübt durch die Besatzungsmächte, durch den Kontrollrat im Ganzen und durch die Militärbefehlshaber in den einzelnen Zonen. Durch Treuhänderschaft von oben, wird der Zusammenhang gehalten. Die Hoheitsgewalt in Deutschland ist also nicht untergegangen, sie hat den Träger gewechselt sie ist treu in Treuhänderschaft übergegangen. Das Gebiet ist zwar weitgehend verletzt aber der Substanz nach ist es erhalten und das deutsche Volk ist als Staatsvolk erhalten geblieben.
    Gestatten sie mir hier ein Wort zum Staatsvolk es hat sich in diesem teile Deutschlands ungemein vermehrt, durch die Flüchtlinge, durch die Menschen die ausgetrieben worden sind, aus Heimaten in denen ihre Vorfahren schon seit Jahrhunderten ansässig gewesen sind. Man sollte nicht so rasch in der Welt vergessen was hier geschehen ist. Denn wenn wir es vergessen sollten, wenn wir dieses Wissen verdrängen sollten aus unserem Bewusstsein, dann könnte es geschehen, dass einige Generationen später das Verdrängte in böser Gestalt wieder heraufkommen könnte. Man sollte gerade im Zeitalter der Nürnberger Prozesse auch von diesen Dingen sprechen. Freilich wissen wir genau, dass die Austreibung von Bevölkerungen nicht erfunden worden ist von den Siegern dieses Krieges, sondern in Mitteleuropa erfunden worden ist, von den Nationalsozialisten und das was hier geschieht lediglich das Zurückkommen desBummerangs ist, der einst von hier aus geworfen wurde. Trotzdem aber bleibt bestehen, dass was hier geschehen ist auch Unrecht ist. Es gibt ein französisches Sprichwort: „On ne justifie pas le mal en pointant du doigt un autre encore plus mauvais“ man rechtfertigt das Böse nicht durch den Hinweis auf ein noch Böseres.
    Damit dass die drei Staatselemente erhalten geblieben sind, ist Deutschland als staatliche Wirklichkeit erhalten geblieben. Deutschland braucht nicht neu geschaffen zu werden, es muss aber neu organisiert werden. Wir haben unter Bestätigung der alliierten Vorbehalte, das Grundgesetz zur Organisation der heute freigegebenen Hoheitsbefugnisse des deutschen Volkes in einem teile Deutschlands zu beraten und zu beschließen. Wir haben nicht die Verfassung Deutschlands oder Westdeutschlands zu machen. Wir haben keinen Staat zu errichten. Wir haben hier etwas zu tun dass uns die Möglichkeit gibt gewisser Notstände herr zu werden, besser herr zu werden als wir das bisher konnten. Auch ein Staatsfragment muss eine Organisation haben die geeignet ist, den praktischen Bedürfnissen der inneren Ordnung eines Gebietes gerecht zu werden. Auch ein Staatsfragment braucht eine Legislative, braucht eine Exekutive und braucht eine Gerichtsbarkeit. Und wenn man nun fragt, wo dann die Grenzen gegenüber dem Vollstaat, gegenüber der Vollverfassung seien, nun das ist eine Frage der praktischen Beurteilung im Einzelfall, aber über folgende Dinge sollte Einigkeit erzielt werden können:
  2. Das Grundgesetz für dieses Staatsfragment, muss gerade aus diesem seinem inneren Wesen heraus seine zeitliche Begrenzung in sich selber tragen. Die günstige Vollverfassung Deutschlands, darf nicht durch Abänderung des Grundgesetzes dieses Staatsfragments entstehen müssen, sondern muss originär entstehen können, aber das setzt voraus dass das Grundgesetz eine Bestimmung enthält, wonach es automatisch außer Kraft tritt, wenn bestimmte Ereignisse eintreten sollen. Wann soll es außer Kraft treten? Ich glaube dass über diesen Tag kein Zweifel bestehen kann, an dem Tage an dem eine von dem deutschen Volk in freier Selbstbestimmung beschlossene Verfassung in Kraft tritt.
  3. Für ein das Gebiet eines echten vollen Staates ist charakteristisch, dass dieses Gebiet geschlossen ist. Das also nichts hineinragen kann über die Grenzen und nichts aus diesen Grenzen hinausragen kann an hoheitlicher Möglichkeit. Beim Staatsfragment ist das anders und mag es anders sein, hier ist räumliches Offensein, nicht durch sich selber ausgeschlossen und das wird sich in einem doppelten Sinn in unserer Arbeit niederschlagen können und wie ich glaube müssen. Dieses Grundgesetz muss eine Bestimmung enthalten, aufgrund der jeder Teil deutschen Staatsgebietes der die Aufnahme wünscht auch aufgenommen werden muss, wobei die frage noch zu klären sein wird wie dies geschehen soll und ob ihr Bedingungen aufgestellt werden sollen.

Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [1:34:49]

Karl-Eduard von Schnitzler (29.02.1988 – Tagesschau 24) [1:34:49​​]

Wie war denn das vor 39 bald 40 Jahren. In Bonn ernannten 1948 ausländische Besatzungsmächte willkürlich ausgewählte Politiker zu parlamentarischen Räten. Diese bastelten am Entwurf eines Grundgesetzes und mit diesem Verfassungsentwurf wurden sie 36 Mal auf den Petersberg zitiert ins Siebengebirge, wo nicht die sieben Zwerge, sondern Vertreter der drei Westalliierten residierten. Dort haben dann diese Ausländer, jedes mal im Entwurf der nicht gewählten parlamentarischen Räte herum dirigiert. Dann konstituierte sich der nicht gewählte, sondern von Ausländern ernannte parlamentarische Rat. Im Bonner Museum Koenig, als provisorischer Bundestag und setzte die von Ausländern redigierte Verfassung in Kraft, so entstand die BRD.

Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [1:35:46​]

ERGEBNIS-DOKUMENTATION! von 1949 bis zum heutigen Tag [1:43:02​]

Beendigung der Authentifizierung 1949 bei Gründung der BRD [1:43:11​​]

1949 wird die Bundesrepublik gegründet. Gleich in seiner ersten Regierungserklärung macht Bundeskanzler Adenauer klar, dass er die Entnazifizierung durch die Alliierten beenden wird.

Verwaltungen und Gerichte werden durch ehem. Nationalsozialisten ausgestattet [1:43:28]

Durch die Denazifizierung, ist viel Unglück und viel Unheil angerichtet worden, aber im Übrigen dürften wir nicht mehr zwei Klassen von Menschen in Deutschland unterscheiden, die politisch Einwandfreien und die nicht Einwandfreien. Diese Unterscheidung muss baldigst verschwinden.

Konrad Adenauer 1949

Umgehend bringt seine Regierung ein Gesetz ein, das sogenannte, minderschwere Verbrechen, aus der Nazizeit amnestiert.

Das war Eines der ersten Gesetze des Bundestages überhaupt, sehr schnell auf den Weg gebracht, sehr schnell kurz vor Silvester 1949 noch durch den Bundestag gebracht.

Interviewkommentar

Nach dem Willen Adenauers, sollen die Akten über tausende NS-Täter unter Verschluss bleiben. Dabei spielt es ihm in die Karten, dass die Amerikaner den Zugang zu diesen Akten strikt kontrollieren.

Der Beginn der 50er Jahre, das Leben in der frisch gegründeten Bundesrepublik normalisiert sich. In der Hauptstadt Bonn, benötigt man Personal für die zahlreichen, neuen Ministerien. Dies stellt die Regierung vor ein Problem. Sie will auf jene erfahrenen Beamten zurückgreifen, die 1945 wegen ihrer Kollaboration mit den Nazis, von den Alliierten aus ihren Ämtern entfernt wurden. Wie aber kann man die Rückkehr, teilweise hoch belasteter Beamter, in den öffentlichen Dienst arrangieren, ohne dass die Alliierten daran Anstoß nehmen? Wie kann man sogar ehemalige Gestapo Beamte wieder einstellen? Die Lösung liefert das sogenannte 131er Gesetz.

Da geht es nämlich darum, dass gesagt wird. Gestapo-Beamte sind davon zunächst ausgeschlossen, es sei denn sie sind von Amts wegen zur Gestapo beordert worden.

Interviewkommentar

Der Trick dahinter: fast jeder Gestapo-Beamte wurde von Amts wegen zur Gestapo versetzt. Was klingt wie eine Ausnahme, war in Wirklichkeit der Normalfall. Allein durch diese Regelung, strömen mehr als 50.000 NS-Beamte zurück in den Staatsdienst der jungen Bundesrepublik. Das 131er Gesetz ermöglicht auch die Übernahme ehemaliger NS-Juristen in das Bundesjustizministerium. Es sind alte Seilschaften die hierbei helfen.

Man kannte sich beispielsweise über die Mitarbeit im Reichsjustizministerium, also da kann man eine gewisse Gruppe an Personen ausmachen, die dann später im Bundesjustizministerium auch wieder auftauchen. Man kannte sich in der Zunft und man hat sich geholfen.

Interviewkommentar

Rasch entwickelt sich das Justizministerium zu einer Hochburg ehemaliger Nazis. Die NS-Juristen tun alles, um ihre Karrieren fortzusetzen. Wenn Vorwürfe laut werden, einzelne Mitarbeiter hätten im dritten Reich an verbrecherischen Gesetzen mitgewirkt, ordnet das Ministerium pflichtgemäß Überprüfungen an. Dabei aber macht man den Bock zum Gärtner.

Dort wurden dann in der Regel halt auch ehemalige Parteigenossen, mit der Begutachtung dieses Verhaltens aufgefordert so dass, das Ergebnis und vornherein eigentlich klar war, dass dieses Verhalten zwischen 1933 und 1945 aus rechtlicher Sicht, nicht zu beanstanden war. Dass ist das gängige Ergebnis und bislang haben wir keinen einzigen Fall gefunden, in denen tatsächlich irgendwelche Maßnahmen ergriffen wurden, gegen Mitarbeiter des Bundesjustizministeriums.

Interviewkommentar

Zu dieser Zeit, lebt der ehemalige SS-Obersturmbannführer Friedrich Engel nach wie vor in Hamburg, mit bürgerlicher Fassade. Immer noch trägt er seinen Tarnnamen und lebt ständig in der Gefahr entdeckt zu werden. Damit ergeht es Engel wie tausenden Anderen NS-Verbrechern auch, die unerkannt in Deutschland leben. Doch sie werden weder gesucht noch verfolgt, sondern im Jahr 1954 durch ein eigenes Gesetz amnestiert. Ohne dass dies eine Strafverfolgung nach sich zieht, bietet das Gesetz untergetauchten NS-Verbrechern die Möglichkeit, wieder ihren richtigen Namen anzunehmen. Noch erstaunlicher ist, dass niemand nachfragt warum sie in der Illegalität gelebt haben.

Auf der internationalen Pressekonferenz des „Ausschusses für Deutsche Einheit“ wird durch die „DDR“ nachgewiesen, dass 600 Nazi-Juristen im Dienst Adenauers stehen [1:47:39]​

Berlin auf einer internationalen Pressekonferenz des Ausschusses für deutsche Einheit, wies Professor Albert Norden nach, dass 600 Nazijuristen im Dienste Adenauers stehen.

Kommentar

Die DDR legt Dokumente vor, die die Nazivergangenheit zahlreiche Juristen des Westens eindeutig belegen. Man gibt ein sogenanntes BRAUNBUCH heraus, dass die NS-belasteten Richter des Westens gebrandmarkt und eine unmissverständliche Sprache spricht.

HITLERS JUSTIZ IST JETZT AUCH ADENAUERS JUSTIZ [1:48:06​​]

Hitlers Justiz ist jetzt auch Adenauers Justiz und mit diesen drastischen Parolen wurde agitiert, es wurde die Vergangenheit dieser Leute dokumentiert, hinzu kam auch noch, dass man die Personalakten der Reichsjustiz in Ost-Berlin hatte.

1.3.3.1 BRD lehnt Aufklärung durch die „DDR“-Staatsanwaltschaften ab [1:48:28​]

Die DDR geht noch einen Schritt weiter, sie bietet bundesdeutschen Behörden an Akten über Todesurteile des NS-Regimes offenzulegen, um belastete Richter zu enttarnen.

Die DDR hat aber in den 1950er Jahren Staatsanwälte zu Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet geschickt, mit Akten im Gepäck, die den Staatsanwaltschaften angeboten hatte, wir haben hier Akten die bestimmte Personen bei euch belasten, wollt ihr die haben? Nein Danke wollen wir nicht, Haut ab!

Kommentar

Die Staatsanwälte, die am Kriminalgericht Moabit den Prozess gegen das Reichssicherheitshauptamt vorbereiten, beschränken ihre Suche auf die Verantwortlichen für den Holocaust. Immerhin gegen 300 Schreibtischtäter, wird tatsächlich ein Verfahren eingeleitet.

Es wäre ein Prozess geworden, der an Größe, Umfang den Auschwitz Prozess weit im Schatten gestellt hätte.“
„Das Material war alles beisammen, das war ein Anklagereif und hätte natürlich die Öffentlichkeit ganz anders noch aufgewühlt, als der Auschwitz-Prozess, weil es die ganzen Strukturen des 3. Reiches auch offengelegt hätte.

Kommentar Richter

Im Bundesjustizministerium ist man alarmiert. Zu einem Prozess gegen Schreibtischtäter, soll es auf keinen Fall kommen. Schließlich sitzen Schreibtischtäter auch im Justizministerium. Gerade noch rechtzeitig wird ein harmlos klingendes Gesetz durch den Bundestag gepeitscht, bei dem es schwer fällt zu verstehen, worum es eigentlich geht.

Fehlen besondere, persönliche Eigenschaften, Verhältnisse oder Umstände, welche die Strafbarkeit des Täters begründen beim Teilnehmer, so ist dessen Strafe nach den Vorschriften über die Bestrafung des Versuchs zu mildern.

Hinter diesem komplizierten Text verbirgt sich ein Trick. NS-Verbrecher können so nicht mehr wegen Beihilfe zum Mord, sondern nur noch wegen Beihilfe zum Totschlag angeklagt werden, die aber ist für NS-Taten bereits verjährt. So führt dieses harmlos klingende Gesetz zur Straffreiheit für tausende von NS-Verbrechern.

1.3.3.2 BRD lehnt Aufklärung durch die Ablehnung von US-Dokumenten ab [1:50:31​]

In den 70er Jahren, sinkt die Zahl der Verfahren wegen NS-Verbrechen in Deutschland weiter. Viele Deutsche sind erleichtert, das Vergangenheitsproblem scheint gelöst. Da stören die USA den Frieden, sie bieten an jene Akten zurückzugeben, die sie bei Kriegsende über das NS-Regime gesammelt haben, die Bundesregierung lehnt jedoch ab.

Die Deutschen wussten, so lange diese Akten in der Hand der Amerikaner sind, kommt niemand dran und holt den braunen Schmutz raus. Sobald wir sie in Deutschland haben, wird der Druck durch die Öffentlichkeit, die Medien, die Opposition so groß, dass wir das Archiv öffnen müssen.

Kommentar

Dass Deutschland die Akten nicht haben will, weckt Misstrauen im Ausland. Die BBC befragt den amerikanischen Direktor des Berlin Document Center, in dem die NS-Akten liegen.

Viele ehemalige Mitglieder der SS und der NSDAP sind noch am Leben, auch wenn ich nicht genau weiß wer, aber mit Sicherheit könnte man ihren Namen mit dem damaligen Taten in Verbindung bringen, dass aber wäre dann wohl peinlich für sie und die deutsche Regierung. „Und sie sind immer noch am Leben?“ – „Offensichtlich, es geht um 13 Millionen Menschen, seit 1945 sind die ja nicht alle gestorben.“

Berlin Document Center

Um eine Enttarnung ehemaliger Nazis vor allem unter westdeutschen Spitzenpolitikern zu verhindern, beginnt die Bundesregierung ein doppeltes Spiel.

Ich habe in Washington Akten gefunden und dort heißt es ganz klar, wir werden öffentlich von euch fordern, die Bundesregierung, dass die Akten sofort zurückgegeben werden. Wir erwarten allerdings unter der Hand von euch, dass ihr das ablehnt und mit diesem Bescheid können wir uns rausreden. Das heißt die Bundesregierung hat das deutsche Parlament belogen.

Washington spielt das doppelte Spiel mit. So erfährt die deutsche Öffentlichkeit jahrelang nicht, wie viele führende Politiker ehemals Mitglieder der NSDAP waren.

1.3.3.3 Vom Kabinett Adenauers (1949) bis zum Kabinett Helmut Kohls saßen in jeder deutschen Bundesregierung ehem. NSDAP-Mitglieder [1:52:36​]

„Vom Kabinett Konrad Adenauer, bis zum Kabinett Helmut Kohls, saßen in jeder deutschen Bundesregierung ehemalige NSDAP-Mitglieder am Kabinettstisch.“

Insgesamt sind es 26 Bundesminister und zwei Bundespräsidenten, die Mitglied der NSDAP waren. Unter ihnen Hans-Dietrich Genscher, Friedrich Zimmermann, Karl Carstens, Horst Ehmke, Richard Stücklen und Walter Scheel.

1.3.4 Dokumentation: Der Führer ging – Die Nazis blieben [1:53:06​]

„Deutschland im Mai 1945, die Niederlage schien so total wie der Krieg. Die Täter fürchteten die Rache der Sieger, die nun aufräumen würden mit den Nazis, aber es sollte anders kommen. Bald fand sich hier in Schleswig-Holstein, der ehemalige Sonderankläger als leitender Staatsanwalt, der Ex-Oberbürgermeister als Chef der Staatskanzlei, der Euthanasieexperte als Leiter der Universitätskinderklinik.“

„Die Alten, die die führenden Stellungen hatten in der Nazizeit sind im Großen
und Ganzen geblieben.“

Sie sind wie gesagt, alle ohne Schaden davon gekommen, haben weiter amtiert.“

Richtig ist, dass es keinen Land in der Bundesrepublik Deutschland gegeben hat, in dem derartig viele, belastete Altnazis in hohen Funktionen und Aufgaben des Staates und der öffentlichen Verwaltung tätig gewesen sind.

Nach Hitlers Selbstmord, hatte sich die letzte Reichsregierung unter Karl Dönitz nach Flensburg zurückgezogen, ihr folgten die Eliten aus der Partei. Heinrich Himmler, ebenso wie Auschwitz Kommandant Rudolf Hess und seine Kollegen (Namen fehlen) aus Majdanek Stoff und Ravensbrück.

Hohe SS- und Polizeiführer und komplette Gestapostellen. Viele tauchten ab, besorgten sich falsche Papiere und Zivilkleidung und eine einwandfreie Vergangenheit. Eine funktionsunfähige Verwaltung, 1,5 Millionen geschlagene
Soldaten und mehr als eine Million Flüchtlinge, machten das Untertauchen leicht. Ein Zeuge und Chronist dieser Zeit, ist der ehemalige Spiegel Redakteur Rudolf Asmus.

Es war fast Pari Pari Einheimische zu Vertriebenen damals und unter diesen Vertriebenen befanden sich sehr viel maßgebende nationalsozialistische Führer. Auch und bereits vor 1933 hatten hier wie in Ostpreußen und auch nur dort und hier über 50 Prozent für Hitler als Reichspräsident gestimmt. Es war also eine etwas stark angebräunte Provinz des Mittelstandes und der Bauern, dass war nun mal so hier.

Spiegel Redakteur Rudolf Asmus

Die britische Militärregierung, wollte im Gegensatz zu anderen Alliierten, Deutschland schnell wieder zu einem zivilisierten Staat ohne Nazis machen, aber sie zeigte sich bald überfordert, angesichts der gewaltigen Probleme des besetzten Landes. Klaus-Detlev Godau-Schüttke, hat sich als Jurist mit Schleswig-Holsteins brauner Vergangenheit beschäftigt.

Die Briten waren eine erfahrene Kolonialmacht und sie gingen pragmatisch mit den Besiegten um und so waren es die Briten, die schon bereits vor der Kapitulation versucht hatten, durch eine Institution Legal-Division, eine Justiz in ihrem Besatzungsgebiet einzuführen, bloß nach der Kapitulation sahen sie, Wohnraumnot, Hunger, sie mussten die schwarzen Kriminalität bekämpfen, sie waren pragmatisch.

In detaillierten Fragebögen, sollten Mitläufer getrennt werden von wahrhaft Schuldigen. Aber das Verfahren war schwerfällig, die Maschen des Netzes zu grob gestrickt. Schwerst Belastete fanden willige Zeugen, die ihnen nur bestes Wollen und inneren Widerstand gegen das Regime bestätigten, während kleine Ortsgruppenleiter empfindlich bestraft wurden. Vor allem aber, wer sollte in den Rathäusern und Behörden amtieren?

Bei dem Zielkonflikt zwischen Belastung während der NS-Zeit und Verwaltungskompetenz also Professionalität, siegte in aller Regel dass Professionalitätskriterium. Das heißt gut ausgebildete Leute, schienen wichtiger als die Bestrafung, oder der Verzicht auf die Mitwirkung von schwer Belasteten.

Unter automatischen Arrest fielen, in der britischen Zone, circa 90.000 Funktionsträger aus Partei und Verwaltung. Sie wurden interniert und einem um Erziehungsprogramm unterzogen. Ein Theologe berichtet, im Lager herrsche eine geistige Freiheit, die die meisten Insassen sie wohl kaum je in ihrem leben kennengelernt haben. Im lager wurde auch manch nützliche Beziehungen für später geknüpft. In Nürnberg versuchten die Alliierten den NS-Verbrechen juristisch beizukommen. Dem Hauptkriegsverbrecherprozess folgten bis 1948, 12 Verfahren vor US-Militär Gerichten mit 177 Angeklagten, Minister, Angehörige von SS und Gestapo, Industrielle und Ärzte die Experimente an Häftlingen durchgeführt hatten. In Frankfurt angeklagt und in Nürnberg als Zeuge benötigt, auch der Kopf der Euthanasie, der würzburger Psychiater Werner Heyde. Die Medizin-Professorin Annette Greve hat sich mit seinen Verbrechen beschäftigt.

Werner Heyde war ein Hauptgutachter in der sogenannten Aktion T4, die reichsweit, flächendeckend, bis 1941 ca. 60.000 bis 70.000 psychisch erkrankte Deutsche vernichtete, mit Gas es waren also die ersten Vergasungen.

Medizin-Professorin Annette Greve

Die von Werner Heyde mitorganisierte Euthanasie, wörtlich leichter, schöner Tod, hatte mit dem eigentlichen Begriff des würdevollen Sterbens nicht zu tun. Ärzte gutachtenten nach Aktenlage, ohne die Patienten gesehen zu haben. Trotz strikter Geheimhaltung, blieb die Tötung so vieler Menschen nicht verborgen. Gerüchte demnächst würden auch die Insassen von Altersheimen getötet wollten nicht verstummen. Soldaten mit Kopfverletzungen fürchteten dasselbe Schicksal.

In Deutschland allein, müssen über 700 Millionen Mark jährlich für solche Unglücklichen aufgebracht werden. Nicht dieses Opfer allein, tiefstes Mitleid mit dem unbarmherzigen Schicksal jener Menschen, erschüttert unser Herz und gebietet, die Fortpflanzung dieser Unglücklichen, mit allen Mitteln zu verhindern.

„Es ging nicht einfach nur darum zu sagen, dieser Mensch ist schwer geistig behindert oder er ist bildungsfähig oder teilweise arbeitsfähig, sondern es ging darum ob er lebenswert sei oder nicht und Herr Heide, als einer der Haupt-Gutachter, hatte die Macht darüber zu bestimmen, indem er an den Rand der Akte entweder ein Kreuz malte oder ein Minuszeichen, wobei das Kreuz in diesem Fall für Tötung stand.“

Medizin-Professorin Annette Greve

Der von seinen Kollegen Irrentöter genannte Professor der Psychiatrie, war 1947 nach einem Verhör in Nürnberg geflüchtet. Er schlug sich nach Schleswig-Holstein durch, wo er während der Internierung nützliche Kontakte geknüpft hatte. Auf dem Schwarzmarkt erwarb er falsche Papiere, nannte sich Dr. Fritz Sawade, arbeitete
als Gutachter und verdiente damit viel Geld. Der Journalist Rudolf Asmus hat als erster über den Skandal berichtet.

„Er war dann in Gadeland bei Neumünster, in Obhut der Engländer im Lager gewesen und hatte dort schon Vorträge gehalten und hatte die anderen Mediziner schon kennengelernt, auch Juristen, die dann hier sehr schnell alle Karriere machten. Er konnte sich also in Schleswig-Holstein ungewöhnlich sicher fühlen er hat, er fand hier ein Netzwerk vor dass ihm also half.

Spiegel Redakteur Rudolf Asmus

Zuerst arbeitete Heide Sawade in Mönkeberg bei Kiel, in der Gärtnerei Howalt.

Ich musste ein neuen Gärtner suchen, weil hier keiner mehr war und hab in einer Gärtnerei wo ich Bäume kaufe, gefragt ob nicht jemand was wüsste und ein paar Tage darauf meldete er sich hier.

Er blieb nur einige Wochen.

Ja, ich kann mich nicht recht erinnern, na ein tüchtiger Gärtner war er nicht.

Heides nächste Station war der Marinekomplex in Flensburg Mürwik, wo schon aus so manchen Nazi-Täter, ein braver Mitläufer geworden war. Gern auch vom örtlichen Herrenausstatter mit ziviler Kleidung versorgt. Hier bezog Heide Sawada ein möbliertes Zimmer und praktizierte zunächst als Sportarzt. Die Deutschen wollten von ihrer Vergangenheit nicht mehr viel wissen. Sie fühlten sich pauschal und zu Unrecht als Volk von Verbrechen gebrandmarkt, es ging schließlich wieder vor und aufwärts und außerdem brauchten die westlichen Alliierten Verbündete im schärfer werdenden kalten Krieg. Die Entnazifizierung erwies sich zunehmend als bürokratische Farce.

Von 406.000 eingeleiteten Verfahren, sind nur etwa 2200 mit begrenzten Sanktionen für die Betroffenen beendet worden, also mit geringfügigen Geldauflagen oder beruflichen Folgen. 404.000 dagegen also über 98 Prozent der Einbezogenen, gingen in diesem Verfahren sofort rehabilitiert, als Mitläufer, nicht Betroffene oder Entlastete hervor.

1.3.5 Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften [2:03:28​]

1.3.5.1 Helmut Schmidt zur NS-Vergangenheit bundesdeutscher Politiker = Mittäterschaft [2:03:28​]

Sie sprachen eben davon, von der NS-Vergangenheit Kiesingers, dass war ja für gewisse Kreise in der Bevölkerung symptomatisch. War denn dieser Aspekt der Entnazifizierung, die dann ja irgendwann nicht mehr stattfand, oder auch das frühere Würdenträger auch in der Bundesrepublik, wieder in Amt und Würden waren, haben sie da haben sie sich sehr daran gestört?

Interview mit Helmut Schmidt zur Entnazifizierung – Frage des Journalisten

Ich persönlich habe mich daran relativ wenig gestört mit einer wichtigen Ausnahme, es war der Staatssekretär den Adenauer im Kanzleramt beschäftigte, ich kommen im Augenblick nicht auf seinen Namen, Globke, richtig Globke, sonst habe ich mich daran nicht gestört. Ich glaube die öffentliche Meinung hat sich auch an den NSDAP Mitgliedschaft von Kiesinger nicht sonderlich gestört. Es waren Millionen von Leuten in die NSDAP eingetreten, die ansonsten nichts verbrochen haben. Wohl aber haben die alten Weimaraner, daran großen Anstoß genommen und zum Beispiel die Leute, die unter der Naziherrschaft Deutschland verlassen mussten, nun zurück gekommen waren und nun sollten sie unter einem Nazi dienen, für Brandt ein großes Problem und sehr verständlicherweise. Das heißt wenigerdie öffentliche Meinung als die beteiligten Politiker, waren es die sich dazu überwinden mussten.

Hermut Schmidt
1.3.5.2 Tagesschau vom 8.5.2013 – Einfluss von Ex-Nazis in Bundesministerien [2:05:08​]

Die NS-Vergangenheit von Mitarbeitern in Bundesministerien und Behörden war heute Thema eines Symposiums in Berlin. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Einfluss ehemalige Nationalsozialisten, auf die Politik der Bundesrepublik hatten. Darauf versucht das Justizministerium derzeit, von einer Historikerkommission Antworten zu bekommen. Auch andere Ministerien beschäftigen sich mit früheren Mitarbeitern und deren NS-Vergangenheit.

Das Regierungsviertel in den frühen bonner Jahren, die junge Bundesrepublik sollte Demokratie lernen, doch das Personal etwa im auswärtigen Amt, stammte zum großen Teil noch aus der Nazizeit.“

Um 1951 – 52 haben wir beispielsweise mehr NSDAP-Mitglieder, ehemalige NSDAP-Mitglieder, im höheren Dienst des auswärtigen Amtes als beispielsweise 1937 – 38.“

Seit einem Jahr untersuchen Historiker auch in anderen Ministerien, inwieweit das Personal der NS-Zeit in der Bundesrepublik einfach weiter Dienst tat. Im Justizministerium, war fast die Hälfte der leitenden Beamten zuvor in der NSDAP.“

Es ist ein erstaunliches Phänomen, dass wir auf der einen Seite eine sehr starke NS-Belastung der Justiz haben, die auch über 1945 – 49 hinaus besteht, auf der anderen Seite hat der Rechtsstaat durchaus gut funktioniert. Es gibt aber sehr wohl Hinweise, dass gerade in der Rechtsprechung, also bei den Richtern, die Mentalität sagen wir es mal so, fort gewirkt hat. Spitzenbeamte mit brauner Vergangenheit, hatten in der Adenauerzeit großen, politischen Einfluss. Hans Globke Mitautor der Nazi-Rassengesetze, war zehn Jahre lang Chef des Kanzleramtes.“

Es ist glaube, ich auch rückblickend noch sehr spannend zu sehen, welche Person haben entscheidend an welcher Art von Gesetzgebung mitgewirkt oder möglicherweise Einfluss geübt gewisse Gesetzgebung zu unterlassen.“

1.3.5.3 Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren [2:07:03​​]
1.3.5.4 Bundespressekonferenz: Angela Merkel zum Thema NS-Vergangenheit und „Haben wir aus der Geschichte gelernt?“ [2:08:23​]

Eine kurze Nachfrage, Sie haben jetzt zweimal gesagt, dass die gesamte Ordnung die Weltordnung, so unter Druck ist, sie haben beim Katholikentag im Mai dass mal als einen Zustand beschrieben, der kurz vor Kriegsausbrüchen 30 Jähriger Krieg usw. entstanden ist. Wie nah sehen sie heute die Situation, was sie ja etwas noch vorsichtig beschreiben, dass die Weltordnung unter Druck geraten ist, aber wie gefährlich sehen sie diese Situation, wie nah stehen wir da an dem Abgrund, dass diese Ordnung wie sie damals sagten mal Schwupp im Eimer sein kann.?

Ich hab es eigentlich im Zusammenhang gesagt oder sagen wollen mit der Frage, haben wir aus der Geschichte gelernt? Wir haben noch sehr viel uns damit befasst, gerade wir als Deutsche, ob wir nun aus der Geschichte des Nationalsozialismus, aus dem wie die Bundesrepublik Deutschland entstanden ist, ob wir daraus etwas gelernt haben und will jetzt nicht hab den 20. Juli schon erwähnt, der dafür auch ein ganz besonderer Tag ist und ich glaube, dass wir jetzt in einer Zeit leben, in der die Zeugen, Zeitzeugen dieser schrecklichen Phase deutscher Geschichte, nicht mehr oder mehr oder mehr sterben und wir als nachfolgende Generationen vor der Verantwortung stehen richtige Entscheidung zu treffen, dass sie in dieser Phase entscheiden wird, ob er wirklich aus der Geschichte gelernt haben, oder ob das sozusagen doch nicht so von den zukünftigen Generationen verinnerlicht wurde und deshalb sind mir so bestimmte Prinzipien so wichtig, an denen sich jetzt ja auch eine ganze Auseinandersetzung entwickelt hat, machen wir einfach aus Verzweiflung darüber, dass alles so langsam geht oder dass es doch nicht so passiert wie wir uns das wollen, jetzt auch unsere eigenen Sachen oder fühlen wir uns dann wirklich auch wenn es für uns schwierig ist Europa verpflichtet und das ist für mich eine sehr grundsätzliche Frage. Und deshalb in dem Kontext meinte ich das, also wir können jetzt zeigen, dass wir aus der Geschichte etwas gelernt haben.“

Angela Merkel
1.3.5.5 ZDF-Nachrichten vom 3.2.2012: „Die Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des 3. Reiches (…)“ [2:10:22​]

Es ist ein bitteres Urteil für Nazi-Opfer in Italien und deren Angehörige. Vor italienischen Gerichten, hatten sie Deutschland erfolgreich verklagt. Sie wollten individuelle Entschädigungen. Dem hat der internationale Gerichtshof jetzt aber einen Riegel vorgeschoben. Die Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des 3. Reiches, dürfe nicht von Einzelpersonen verklagt werden, das verstoße gegen das Völkerrecht.

1.3.5.6 Dokumentation: Fahndung nach privater Nazi-Kunstsammlung in der BRD oder Kunsthandel mit Nazi-Kunstwerken, die Eigentum der BRD, der Rechtsnachfolgerin des Dritten Reiches, sind [2:10:26​]

„Civitella in der Toskana. Die Bewohner der italienischen Gemeinde, wurden am 29 Juni 1944 von deutschen SS Soldaten überfallen. Mehr als 200 Menschen, auch Frauen und Kinder wurden ermordet. Der oberste Gerichtshof Italiens hatte Deutschland zu Entschädigungszahlungen verpflichtet, für die Opfer von Civitella und anderer Nazi-Verbrechen. Heute entschied der internationale Gerichtshof in Den-Haag, dass dies nicht rechtens war. Die italienischen Urteile verletzten die Staatenimmunität Deutschlands. Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass Italien gegen seine Verpflichtung die Immunität Deutschlands zu respektieren verstoßen hat. Das bedeutet Deutschland muss Opfern von NS-Verbrechen in Italien, keine individuellen Entschädigungen zahlen. Privatpersonen können nicht vor einem ausländischen Gericht gegen einen anderen Staat klagen.“

Dass Deutschland natürlich mit dem Urteil zufrieden sein kann, ist ein sehr klassisches Urteil, das Gericht hat einfach das geltende Gewohnheitsrecht angewendet und erklärt, dass nach wie vor die Staatenimmunität gilt, dass sie keine Durchbrechungen erleidet.

„Doch Kritiker sehen den Urteilsspruch, als eine Niederlage für die Menschenrechte.“

Der ist für die Opfer natürlich enttäuschend und ich glaube er ist auch ein Rückschlag für die Rechtsentwicklung.

Deutschland hat juristisch auf ganzer Linie gesiegt, die Bewohner von Civitella hoffen nun auf eine außergerichtliche Wiedergutmachung, das hat der internationale Gerichtshof Deutschland und Italien heute auch ausdrücklich nahegelegt.

Als die Fahnder des Berliner Landeskriminalamtes, zur Razzia bei einem Liebhaber von Nazikunst anrücken, ahnen sie noch nicht was genau sie hier später finden werden. Durchsucht werden die weitläufigen Grundstücke eines Bad-Dürkheimer Unternehmers.

„Sind sie schon fündig geworden?“

„Dazu sage ich gar nichts.“

„Herr Wolf bittet sie nicht auf den Grund und Boden zu kommen.“

„Sammler Wolf soll unter anderem 2 Bronzepferde sowie, diverse Reliefs von Hitlers lieblings-Bildhauer Arno Breker besitzen. Bei den Nachbarn ist seine Gesinnung nicht unbekannt.“

„Guten Morgen die Damen, kennen sie den Herrn Wolf?“

„Ist ein bisschen rechts geneigt vielleicht aber mehr weiß ich nicht.“

„Ein bischen rechts geneigt?“

„Ja ich glaub schon das er bissl sehr konservativ ist.“

„Der Herr mit dem grauen Haar ist Wolfs Anwalt Thor von Waldstein, er kandidierte schon für die NPD und verteidigte Holocaust Leugner. Kunstsammler Wolf, hier der Mitte, wollte sich nicht äußern, schickte seinen zweiten Anwalt vor.“

„Bitte haben Sie Verständnis, da läuft ein Ermittlungsverfahren, da muss im Augenblick die Familie erstmal selbst mit klarkommen und wir werden uns dazu schon noch äußern ne? Besten Dank.“

„Was wäre denn die erste Stellungnahme, ich meine dass
in der schon ganz erhebliche Vorwürfe die da laut geworden sind.“

„Ja ja die Vorwürfe, Vorwürfe gibt es viele gibt, aber da es wenig dran kann ich Ihnen sagen.“

„Angeblich hat Wolf die Pferde rechtmäßig erworben, er ist nicht der einzige
Beschuldigte, auch bei Klaus-Dieter Flick, hier rechts, wurde durchsucht. Insgesamt handelt es sich um 8 Beschuldigte, die der Hehlerei verdächtig sind.“

„Den Schuldigen wird zur Last gelegt, mit Kunstgegenständen gehandelt zu haben,
die nicht in ihrem Eigentum standen, sondern im Eigentum der Bundesrepublik
Deutschland. Ihnen wird vorgeworfen diese Kunstgegenstände, die im Auftrag des
sogenannten 3. Reiches angefertigt worden sind, versucht sagen auf den Markt zu bringen.“

„Es geht unter anderem um 2 Bronzepferde, die einst vor der Reichskanzlei standen, nach dem Krieg verschwanden und zu DDR-Zeiten in einer russischen
Kaserne gesehen wurden. Seit dem Fall der Mauer waren sie verschollen, erst vor ein paar Monaten tauchten sie wieder auf, in diesem Katalog des grauen Kunstmarktes. Am Tag nach der Razzia in Bad-Dürkheim, die berliner Ermittler vermuten die Bronzepferde in einer Halle im Industriegebiet, Besitzer Wolf hat seinen Rechtsanwalt Hiemsch beauftragt die Sachen herauszugeben.“

„Seit wann werden die Skulpturen denn hier gelagert Herr Hiemsch“

„Gehen Sie mir doch nicht auf die Nerven, Sie sehen doch ich hab zu tun.“

„Ja aber es ist auch eine ganze legitime Frage.“

„Ja natürlich ist vielleicht nicht gerade die passenden Situation aber ansonsten.“

„Nicht die passende Situation? Sie sind aber gut.“

„Sie auch. Also das scheint zu gehen. Der Anwalt im Haus erspart…“

„Zwei Jahre nach dem ersten Hinweis, sehen die berliner Kunstfahnder die Hitler-Pferde zum ersten Mal. Mit Hilfe des THW sollen sie später sichergestellt werden.“

„Ich sage das ist einfach schlichte Kunst. Sie wissen es gibt sogar Kunst bei der man erst ranschreiben muss, dass man erkennt dass es Kunst ist. Das ist ohne Zweifel Kunst, zeitgeschichtliche Kunst, aber das immer in diese politische Ecke drängen zu wollen halte ich für ganz verkehrt.“

„Bildhauer Josef Thorak hatte die Pferde 1939 für seinen Auftraggeber, den verhinderten Kunststudenten Adolf Hitler gießen lassen.“

„Professor Thorak, einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer, beim ersten Entwurf einer Figurengruppe für das Märzfeld in Nürnberg. Ein Pferd der Gruppe in größerer Ausführung. Im neuen Atelier des Bildhauers werden die Figuren in der endgültigen Größe aufgestellt und von Professor Thorak selbst noch einmal
überarbeitet, ehe sie in Bronze gegossen werden. So nimmt das deutsche Kultur Schaffen, auch während des Krieges ungestört seinen Fortgang.“

„Berühmter und vor allem beim Führer beliebter, war Bildhauer Arno Breker. Auch Arbeiten von ihm wurden bei der Razzia gesucht und gefunden. Den entscheidenden Tipp bei der Jagd nach dem Kunstschatz der Nazis, lieferte der holländische Privatdetektiv Arthur Brand. So wurden mit seiner Hilfe drei gigantische Granit Reliefs gefunden, Breker hatte sie für Hitlers Welthauptstadt Germania angefertigt.“

„Okay hier haben wir Fotos von die Statuen die auch gefunden sind mir einige (Name fehlt 02:16:57) der Gründer, Berufung und die Wehrmacht. Die Wehrmacht stand in Ehrengalerie von der Reichskanzler. Ja solche Sachen, Sachen die kann man natürlich verkaufen, wenn man eine Kunde hat für Millionen, weil das sind sehr wichtige Statuen gewesen, vom vom 3. Reich. Hier gibt es einige sehr große Reliefs, 40 Tonnen, 10 Meter hoch, Kameraden, der Wächter, der Rächer und ich weiß, dass die versucht haben diese Stücken im Nahen Osten zu verkaufen. Das ist nicht gelungen, weil es war zu schwierig alles. Aber das haben sie versucht.Im nahen Osten sieht man Adolf Hitler etwas anders und wenn man seine Freunde sagen kann, guck mal ich habe hier die Wehrmacht, einer der wichtigsten Statuen aus dem 3. Reich ja da kann man sie doch imponieren seine Geschäftsfreunde oder seine seine Freunde.“

„Von den Hitler-Verehrern im nahen Osten, zu einem Sammler an der Ostsee. Hier stoßen die Fahnder bei der Razzia auf die Breker Plastik, die Wehrmacht. Früher stand das Monumentalwerk vor der Reichskanzlei, heute gehört es wohl Sammler Klaus-Dieter Flick. In seinem Bunker unter dem Garten stehen sogar ein Wehrmachtspanzer und Teile einer V2.“

„Sie wissen das Sie auf einer Privatstraße hier sind?“

„Herr Flick wurde denn irgendwas mitgenommen bei Ihnen oder?“

„Nein.“

„Wonach wurde denn gesucht?“

„Können sie Herrn Frank fragen keine Auskunft.“

„Was ist passiert?“

„Gar nichts.“

„Gar nichts? Was macht die Polizei hier?“

„Die hat mich besucht.“

Zuständig für die Ermittlungen im Berliner LKA ist Rene Allonge, Leiter des Sachbereichs Kunstdelikte.“

„Da gibt es halt Verbindungen der Tatverdächtigen untereinander und jetzt müssen die weiteren Ermittlungen erbringen, wie diese Verdächtigen in den Besitz der Sachen gekommen sind und wie jetzt auch der weitere Umgang mit diesen Skulpturen ist.“

„Die Breker und Thorak-Plastiken waren 1945 nach dem Untergang des 3. Reiches verschwunden. Die russische Armeeführung, hier bei der Besichtigung der Reichskanzlei, hatte sie beschlagnahmt und nach Eberswalde bei Berlin verbracht. Etliche Skulpturen lagerten zu DDR Zeiten auf dem Gelände dieses Sportplatzes, wie sich nicht nur der frühere Bürgermeister Hans Meyer erinnert.“

„Hier auf der Seite etwa, da standen wenn mich nicht alles täuscht so eine Mauer mit Losung mit sowjetischen Losung, über die Kampfkraft der Soldaten und so weiter und die Figuren und da drüben auf der anderen Seite vom Sportplatz, da standen glaub ich auch noch mal 2 oder 3 Figuren.“

„Ich weiß noch genau wo sie gestanden haben da hinten.“

„Wo standen sagen Sie mal.“

„Hier vorne stand die große Figur. Der Mann stand hier vorne, drüben stand ne Frau und da stand ne Frau auf die Seite und denn stand irgendwo das Pferd, das Pferd stand hier wo der Parkplatz ist, hier stand ein Pferd.“

„Das waren ja Riesendinger nicht und die waren irgendwie golden angestrichen und insofern sind sie aufgefallen man hat sich gewundert, aber wie gesagt ich dachte immer das wären russische Stalinfiguren.“

„Der Kunstgeschmack von Diktatoren, er ist offensichtlich austauschbar. Es gibt sogar Filmmaterial aus der damaligen Zeit, hier erstmals und exklusiv zu sehen, zwischen sozialistischen Parolen -der Künder- von Arno Breker.“

„Entwachsen im Geiste Athens steht er im kreidigen Dorfkreis, locker pendeln die sehnigen Arme.“

„Auch Thoraks Pferde sind in dem Filmmaterial zu sehen golden angemalt. Gedreht wurden die Aufnahmen im Sommer 87 kurze Zeit später sind die Pferde weg.“

„Weggekommen sind sie angeblich schon vor der Wende nach Aussagen dieses Offiziers den wir da gefragt haben, weil es ja russisches Gelände war. Mir war immer klar das gehört uns nicht und in dem Gespräch mit dem sowjetischen Offizier war klar, die sind also der hat gesagt die sind nach Alma-Ata. Mir haben sie erzählt die sind eingeschmolzen worden für das Erdbeben in Alma-Ata, um die Bevölkerung da um eine Spende zu machen. Dafür sind die praktisch eingeschmolzen worden.“

„Wer hat das erzählt?“

„Das hat ein sowjetischer Offizier erzählt bei mir im Bürgermeisterzimmer.“

„Noch vor dem Abzug der Russen aus Deutschland, schien die Zerstörung der Rösser vollendet, erst Jahre später wird sich herausstellen, dass die Geschichte so nicht stimmt, denn ein Vierteljahrhundert danach tauchen die Reichspferde bei Edeltraud Sauer wieder auf. Die Kunsthändlerin soll einen Käufer für die Helerware finden, stattdessen informiert sie die Polizei. Diese zwei Bronzepferde, die sind mir damals für dreieinhalb Millionen angeboten worden, später noch von zwei anderen Anbietern, jeweils nur für anderthalb Millionen aber ich habe jeweils immer eine Absage erteilt also.“

„Und was waren das für Zwischenhändler die da an Sie rangetreten sind?“

„Ja sie gerieren sich alle als Kunsthändler. Der Eine war eben als Autohändler, der Andere Diplom-Ingenieur und der Dritte Antiquitätenhändler.“

„Doch dann passiert erstmal nichts. Erst Anfang vergangenen Jahres landet ein Verkaufsexposé mit den Schlachtrössern beim Kunstexperten Brand, der Holländer arbeitet auch als Polizeiinformant und lässt sich zum Schien auf die Offerte ein.“

„Auf Seite 3 gab es dieses Foto und das war doch schon ein Foto. Das waren die zwei Thorak-Pferde von der Reichskanzlei von Hitler von den jeder dachte dass die verschwunden waren und dann kam er mit einem Preis von 8 Millionen und dann hat er gesagt es gibt noch mehr, der Wächter von Arno Breker. Ich habe gesagt wie viel kostet um das? Und hatte gesagt auch 8 Millionen, aber es gibt noch viel viel mehr da. Es gibt noch ein Mercedes von Hitler und es gibt noch viel mehr Statuen und da habe ich gedacht, okay das wird schon noch das wird schon wirklich groß werden.“

„Brandt verhandelt im Auftrag eines Millionärs aus Dallas, den es in Wirklichkeit nicht gibt. In einem amsterdamer Restaurant trifft er sich mit dem belgischen Mittelsmann und filmt das Gespräch mit versteckter Kamera. Anderthalb Jahre hatte der Holländer gebraucht um das Vertrauen des Anbieters zu gewinnen.“

„Die Sachen waren bis zum Krieg in der Reichskanzlei, die zerbombt wurde, dann kamen die Russen und die Pferde wurden weggeholt. Wie schnell kann dein Kunde bezahlen?“

„Einen Tag später, wenn der Preis achteinhalb Millionen ist, geht er dann noch hoch?“

„Nein der steht.“

„Mein Kunde will sicher sein, dass es keine Fälschung ist, ich soll das für ihn prüfen.“

„Ich werde einen Termin mit dem Besitzer vereinbaren.“

Doch statt der Millionen kam die Polizei. Kunstexperte Brand hatte die berliner
Ermittler auf die Spur der verschollenen Rösser gebracht.“

„Nochmal ein letzter Blick? Jetzt ist es weg.“

„Es gibt noch mehr.“

„Es ist noch ein bisschen was dageblieben auf dem Anwesen?“

„Jetzt muss nur noch geklärt werden wem die Pferde und die anderen Nazi-Plastiken gehören, der Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin des deutschen Reiches oder Sammlern wie Wolf und Flick?“

1.3.5.7 Sammlung von Nazi-Devotionalien und der Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz [2:24:42]​

„In Heikendorf besucht am frühen Donnerstagmorgen ein Anwalt den Sammler von Nazi-Devotionalien. Der Rechtsbeistand kommt aus gutem Grund, sein Mandant der gleich hinten links auftaucht, soll gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben. Es geht unter Anderem um einen Panzer und eine Flak. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, heute alles bergen zu wollen.“

„Was sollen sie tun, sie müssen das herausgeben so ist nun mal unser Rechtssystem, damit müssen sie leben. Wir werden im Nachhinein sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen, uns dagegen zur Wehr zu setzen. Ich bin auch optimistisch, dass der Panzer auch hier wieder stehen wird.“

„Hier die Einfahrt zu dem sich auf mehrere Ebenen erstreckenden Keller, in dem die Kriegsgeräte stehen. Um Punkt 10 rücken Pioniere der Bundeswehr mit schwerer Technik an. Auch zwei Tiefladern haben sie Bergepanzer vom Typ Dachs mitgebracht. Zuerst wird wie es sich gehört die Lage sondiert. Auch in Gesprächen mit der Zivilbevölkerung sind der Panzer und der Waffennarr ein Thema.“

„Ich weiß nur das dieser Panzer da drin gestanden hat und das er ihn immer hat Brummen lassen. Er ist vielleicht wie so ein Kind der mit solchen Dingen spielt.“

„Auf die Abschlepptruppe wartet in der Garage ein nicht fahrbereiter Wehrmachtspanzer.“

„Ist das für euch auch spannend mal so Panzer zu bergen?“

„Definitiv ja.“

„Hat man dafür doch eine stille heimliche Begeisterung auch oder Faszination oder?“

„Das ist schon was anderes, außergewönliches auf jeden Fall.“

„Der Bergeauftrag musste von höchster Stelle abgesegnet werden. Ein Staatssekretär im Berliner Verteidigungsministerium unterschrieb die Genehmigung.“

„Wir als Bundeswehr sind hier im Zuge der Amtshilfe, dass heißt wir machen eigentlich nichts Anderes als was ein ziviles Unternehmen auch machen würde. Das ist auch vorher geprüft worden, ob es zivile Unternehmen gibt hier im Raum Schleswig-Holstein die das können, das war nicht der Fall und deswegen ist man an die Bundeswehr angetreten, weil wir eben Möglichkeiten haben mit unserem spezial Pionier-Bataillon in Husum, diesen Panzer jetzt abzubergen wie wir sagen.“

„Doch vorher stellen Ermittler Lang und Kurzwaffen sicher. Eine V-1 Rakete darf bleiben sie ist demilitarisiert, dafür wird aber ein Torpedo mitgenommen. Schon vor knapp sechs Wochen berichtete Spiegel-TV über den Liebhaber von Nazi-Devotionalien. Im Garten die Statue „Wehrmacht“ von Hitlers Lieblingsbildhauer Arno Breker. Berliner Ermittler waren in der Villa auf der Suche nach verschollener Nazikunst, die der Bundesrepublik als Rechtsnachfolge des 3. Reiches gehört.“

„Herr Flick wurde denn irgendwas mitgenommen bei Ihnen oder?“

„Nein.“

„Wonach wurde denn gesucht?“

„Können sie Herrn Frank fragen keine Auskunft.“

„Dafür entdeckten die Fahnder das schwere Kriegsgerät, welches hier geborgen wird. Rund 45 Tonnen wog der Nazipanzer im Kriegseinsatz. Flick war mit seiner schweren Technik dagegen sogar im Wintereinsatz, sehr zur Freude der Anwohner.“

„Wussten sie den alle das der Panzer hier war?“

„Na klar das weiß jeder Heikendorfer seit 50 Jahren. Wir sind früher mit dem spazieren gefahren und denn hat die Gemeinde gesagt, nö die Panzer macht die Straße kaputt, fahrt doch lieber auf euern eigenen Grund.“

„Da hat er im Winter auch mal Schnee geräumt, das wusste ich.“

„Er ist mit seinem Panzer rausgekommen hat unsere Wege frei gefahren, so dass wir denn nachher raus konnten.“

„Am späten Nachmittag hat sich in der Umgebung um gesprochen, dass die Bundeswehr im Abschleppeinsatz ist. Die Bergung des Weltkriegs 2 Panzers aus der Tiefgarage, dauerte insgesamt 9 Stunden. Mit Seilwinden zogen die Bergepanzer das Ungetüm ans licht entsprechend stolz ist man bei der Truppe.“

„Das war eine haarige Sache um diese S-Kurve da in der in der Tiefgarage herum zu kommen und das hat alles geklappt es hat gedauert, es hat auch nicht gleich beim ersten Ansatz geklappt aber das Ergebnis steht hinter mir, der Panzer ist da wohin gehört, er ist auf dem Tieflader.“

„Das mit den Schäden sieht nicht jeder an diesem Tag so.“

„Die Straße ist komplett beschädigt, innen der Keller ist beschädigt, Skulpturen beschädigt, es ist der Boden beschädigt, dieser Panzer den sie gesehen haben, der wurde 1 – 2 Mal um 90 Grad gedreht in der Garage, das ist problematisch.“

„Kurz nach 22 Uhr wird noch eine Flak, eine Flugabwehrkanonen sichergestellt die Kaliber 8,8 Geschosse flogen 14 Kilometer weit.

Gültigkeit alliierter Besatzungsvorschriften in Deutschland [2:29:26]

Die Reichsbürger-Stigmatisierung/-Ideologie [3:11:48​]

Zitate, Dokumente, Urkunden & Rechtsvorschriften

Im Beifall der Nazi-Parteigenossen stirbt der letzte Rest von Menschlichkeit [3:15:29​]

Reichsbürger ist nur der staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, der durch sein Verhalten beweist, dass er gewillt und geeignet ist in Treue dem deutschen Volk und Reich zu dienen.

Eheschließungen zwischen Juden und staatsangehörigen Deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten.

Hermann Göring verliest das Reichsbügergestz vom 15. September 1935

2 thoughts on “

  • 12. April 2021 um 14:44
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    Millionen Wörter an Text, NULL Sekunden an Video-Material. 6- ( sechs minus ) dafür.

    So ein komplexes Thema benötigt IMMER EIN VIDEO dazu. Doch euer ober eingeblendetes (Lock) Video ist nicht abspielbar.

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